Evangelische Gemeinde auf spiritueller Wanderung

+
Der Neujahrsempfang in der Rastatt bot Raum für vielerlei Gespräche, vom Neubau des Gemeindehauses bis zu den Veränderungen in der heimischen Zeitungslandschaft. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Das wäre bestimmt nett geworden: Kirchenkabarett mit Sabine Henke stand am Sonntag auf dem Programm des Neujahrsempfangs der Gemeinde Nachrodt-Obstfeld. Doch die Kabarettistin musste sich auf dem Weg von Dortmund nach Nachrodt geschlagen geben: Starke Schneefälle und Blitzeis machten die A 45 unpassierbar, wie sie telefonisch noch von der Autobahn mitteilte.

So hatten die Gemeindemitglieder umso mehr Ruhe, sich den bereitgestellten Häppchen zu widmen und ausgiebig zu plaudern, während die Welt um die Rastatt herum immer mehr einschneite. Pfarrer Wolfgang Kube stieß mit der Gemeinde auf ein gutes gemeinsames Jahr an und stellte seine besinnlichen Worte unter das Motto der Jahreslosung 2013, die aus dem 13. Kapitel des Hebräerbriefes stammt: „Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.“ Für viele Millionen Flüchtlinge in der ganzen Welt sei dieses Lebensgefühl der Heimatlosigkeit und des Unbehaustseins etwas ganz Reales, erinnerte Pfarrer Wolfgang Kube an die Not der Flüchtlinge in der Welt. Doch auch im spirituellen Sinne biete diese Botschaft verschiedene Lebensperspektiven: jene der Zuversicht etwa, dass Gott Menschen letztlich aus Gefangenschaft und Sklaverei befreien wird. Doch die Losung könne auch als Aufruf zur Weltflucht verstanden werden, weil Menschen kein Vertrauen mehr haben, sich in dieser Welt einrichten zu können. Dem setzte Pfarrer Wolfgang Kube jedoch eine „biblische Existenz“ entgegen, die „beweglich“ bleibt. „Christen sind auch Weltbürger.“ Schon der Stammvater Abraham habe sich spät auf den Weg nach Palästina machen müssen, um das Gottesvolk in ein neues Leben zu führen. Und das in einem Alter, als er gerne die Füße auf seinem sonnigen Balkon hochgelegt hätte.

Die Rastatt war an diesem Sonntagmittag ein durchaus komfortabler Aufenthaltsort für die sich auf der großen spirituellen Wanderung befindliche Gemeinde Nachrodt-Obstfeld: „Warm und trocken, und es gibt zu essen und zu trinken“, hieß es. Themen für Gespräche gab es genug – vom Neubau des Gemeindehauses bis zu den Veränderungen in der heimischen Zeitungslandschaft. ▪ Thomas Krumm

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare