Neugierige Kinder stellen lauter kluge Fragen

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Insgesamt 18 Kinder nahmen am Stöber-Tag teil.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ „Das Wichtigste ist, dass Ihr neugierig seid“, gab Kreisjugendpfleger Friedrich-Wilhelm Teutenberg den 18 Wiblingwerder Grundschülern mit auf den Weg. Die Viertklässler nahmen am Dienstag am Stöber-Tag teil und durften einen ganzen Tag lang der Frage nachspüren, was eigentlich die Erwachsenen tagsüber immer so machen.

Der Stöber-Tag, eine „Erfindung“ aus Belgien, fand in der Doppelgemeinde bereits zum achten Mal statt. Rund ein Dutzend Unternehmen, aber auch Einrichtungen der Gemeinde waren darauf vorbereitet, die Kinder einen Tag lang unter ihre Fittiche zu nehmen. Der Dank von Bürgermeisterin Birgit Tupat, die die Mädchen und Jungen am Morgen begrüßte, galt deshalb auch den Unternehmen, die die Durchführung des Stöber-Tages überhaupt erst ermöglichten. Auch sie ermunterte die Viertklässler, nicht zu schüchtern aufzutreten, sondern viele Fragen zu stellen.

Marvin, Nadine, Kristine und Vanessa (v.l.) durften in der Küche und im Servicebereich des Schlosshotels Holzrichter mithelfen.

Für Kreisjugendpfleger Teutenberg war auch wichtig, „dass die Kinder in den Betrieben selbst etwas machen können“. Der Stöber-Tag gehe deshalb über eine Betriebsbesichtigung hinaus, betonte er. Gleich richtig eingespannt wurden beispielsweise Kristine Müller, Vanessa Schulte, Nadine Schulte und Marvin Hommeltenberg im Schlosshotel Holzrichter. Kristine und Vanessa fanden ein Betätigungsfeld in der Küche des Vier-Sterne-Hotels in Veserde. Hier halfen sie, die angelieferten Lebensmittel auszuladen und im Kühlraum zu verstauen. Sie durften aber auch an der Zubereitung von Salaten und des dazu gehörigen Dressings mitwirken. Dabei stellten sie fest, dass beim Mixen der verschiedenen Zutaten im richtigen Verhältnis auch Kopfrechnen gefordert ist. „Das klappt aber ganz gut“, versicherte Vanessa.

Nadine und Marvin übernahmen derweil Tätigkeiten im Service-Bereich des Hotel-Restaurants. Servietten falten gehörte ebenso dazu wie das Einsortieren von Besteck, das Auswechseln von Kerzen auf den Tischen oder das Polieren von Tellern. Tätigkeiten, die die beiden Zehnjährigen auch von zuhause durchaus kannten. „Hier macht es aber mehr Spaß als bei Mama“, lachte Marvin.

Antonia (r.) und Kim Tanja (M.) brachten zusammen mit Geraldine Hegemann Pferde auf die Weide.

Nils Mittelbach, Mati Weustermann, Lara Simon und Julian Heppner verbrachten den Vormittag bei der Feuerwehr in Wiblingwerde. Insbesondere Mati hatte sich diese Stöberstelle nicht ganz ohne Hintergedanken ausgesucht. „Nach den Sommerferien fange ich vielleicht bei der Jugendfeuerwehr an“, erhoffte er sich davon eine Entscheidungshilfe. Der stellvertretende Wehrführer Marc Wille machte das Quartett zunächst mit den Räumen und der Ausrüstung vertraut, die den Brandbekämpfern im Höhendorf zur Verfügung stehen. Die Kinder sahen den Umkleideraum von innen, aber auch den kleinen Fahrzeugpark. Das große HLF 20/16 sahen sie sich dabei genauer an. So lernten sie, wie die hydraulischen Rettungsgeräte Schere und Spreizer funktionieren und erfuhren, dass das Fahrzeug auch immer ein Sprungkissen mitführt. Julian spürte am eigenen Leib, wie schwer eine Atemschutzausrüstung ist. Schließlich durften die Kinder auch noch ein kleines Feuer löschen.

Nils Mittelbach (l.) hält zusammen mit Feuerwehrmann Marc Wille den hydraulischen Spreizer, während Lara Simon, Mati Weustermann und Julian Heppner interessiert zuschauen.

Ein kleiner Traum ging insbesondere für Antonia Nastasi, aber auch für Kim Tanja Edelhoff in Erfüllung, denn sie durften den Stöber-Tag auf dem Reiterhof Hegemann verbringen. „Ich liebe Pferde über alles“ bekannte Antonia, die ein Pflegepferd hat, das sie auch manchmal selbst reiten darf. Kim hat auf dem Bauernhof ihrer Großeltern Roderich und Martina Knipps täglich zwei Shetlandponys um sich und kannte sich deshalb auch schon bisschen mit Pferden aus. Die Tiere auf dem Reiterhof zu tränken oder auf die Weide zu führen, war für die beiden Mädchen deshalb nicht schwer. Aber auch die übrigen Tätigkeiten im Stall übernahmen sie ohne Murren.

Bisher haben sich ausschließlich Kinder der Grundschule Wiblingwerde am Stöber-Tag beteiligt, obwohl eigentlich schon für dieses Mal auch die Beteiligung der Nachrodter Kinder vorgesehen war. „Aus zeitlichen Gründen hat das nicht geklappt“, bedauerte Bürgermeisterin Birgit Tupat. Gemeinsam mit Friedrich-Wilhelm Teutenberg vom Kreisjugendamt war sie deshalb der Meinung, dass die Vorbereitungen für den Stöber-Tag 2013 früher anlaufen sollen. ▪ Volker Griese

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