„Wir brauchen jeden Hektar“

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Mit der Schorlemmer-Plakette wurde Ludwig Bedehäsing ausgezeichnet. ▪

NACHRODT-W‘WERDE ▪ Mit einem klaren Bekenntnis zur Wichtigkeit der Landwirtschaft und einer Absage an weitere Flächenstilllegungen hat sich der neue Vorsitzende des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes beim Kreisverband der Landwirte vorgestellt.

Röring, neben seiner Tätigkeit für den Landwirtschaftsverband auch als Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Borken II in Berlin vertreten, macht unter anderem klar, dass die Landwirtschaft die aktuellen Pläne zur Einführung einer so genannten Greening-Quote keinesfalls akzeptieren könne. Ein entsprechender Vorschlag der EU-Kommission sehe vor, dass sieben Prozent der landwirtschaftlichen Nutzflächen als „ökologische Vorrangflächen“ extensiviert werden müssten. Das sei im hiesigen Raum, aber auch Münsterland, wo „jeder Hektar“ zur Erzeugung von nachwachsenden Rohstoffen und vor allem Nahrungsmitteln benötigt werde, undenkbar. In einer Region wie dem Märkischen Kreis würden die Greening-Werte ohnehin bereits heute übertroffen. „Da sollte man einen Haken dahinter machen“, sagte Röring. Verpflichtungen für Einzelbetriebe könnten dann entfallen. Der WLV-Präsident versprach, sich auf allen Ebenen für den Stand der Landwirte einzusetzen. „Oft wird eher über die Landwirte gesprochen, als mit ihnen“. Er wolle dazu beitragen, dass das anders werde.

Als Vorsitzender des Kreisverbandes hatte es Günter Buttighoffer übernommen, detaillierte Daten über die Landwirtschaft im MK zusammenzutragen. Immerhin werden 915 Betriebe gezählt, davon 40 Prozent als Vollerwerbshöfe. Es gibt 440 Rinderhalter, 200 Milcherzeuger und 100 Schweinehalter. Der Durchschnittsbetrieb im MK bewirtschaftet eine Fläche von 28,5 Hektar. Die großen Drei beim Anbau auf Ackerland sind Weizen und Gerste mit je 2000 Hektar, an dritter Stelle steht mit 1300 Hektar der Mais. Zum Vergleich: Kartoffeln wachsen nur auf 130 Hektar.

Der WLV-Päsident hatte ihm Rahmen der Zusammenkunft im Hotel Holzrichter schließlich die Aufgabe, einen verdienten Landwirt mit der Schorlemmer-Medaille auszuzeichnen. Sie ging an den Iserlohner Ludwig Bedehäsing für ehrenamtliche Tätigkeiten im Bereich der Landwirtschaft, aber auch in der Politik. Bedehäsing ist seit fast 20 Jahren in der Kommunalpolitik aktiv, leitete von 1990 bis 2003 den Ortsverband der Landwirte und war von 1990 bis 2012 Mitglied im Umweltausschuss des Landwirtschaftsverbandes.

Die Schorlemmer-Plakette erinnert an Freiherr von Schorlemmer-Alst, der 1862 den Westfälischen Bauernverein gründete. ▪ tk

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