Forderungen an die Gemeinde

Neuer Träger in Erwägung gezogen: Kindergartenstreit geht weiter

Die Kita St. Elisabeth.
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Die Kita St. Elisabeth.

Der Träger einer Nachrodter Kita ist ein wenig zurückgerudert mit Forderungen, die er an die Verwaltung gestellt hatte. Aber reicht das, um die Nachrodt-Wiblingwerder Politiker zu überzeugen?

Nachrodt-Wiblingwerde – Der Kita-Zweckverband im Bistum Essen, der für eine Fortführung der Trägerschaft und den Ausbau der Einrichtung St. Elisabeth erhebliche finanzielle Forderungen an die Gemeinde gestellt und damit bei den Kommunalpolitikern auf Granit gebissen hatte (das AK berichtete), kann sich nun vorstellen, dass er die Investitionen für einen Neubau komplett tragen kann.

Das wurde bei einem Gespräch signalisiert, an dem Vertreter des Zweckverbandes, der Kirchengemeinde und des Märkischen Kreises teilnahmen. Die Gemeinde, so die Forderung, müsse dann aber die Trägeranteile übernehmen. Die Kirche fordert 50 Prozent für die beiden bestehenden Gruppen (20 679,50 Euro, ab 2024 steigend) und 100 Prozent für die neue Gruppe (20 902,00 Euro, ab 2024 steigend).

Die Mitglieder des Rates zeigten sich am Anfang der Woche wenig amüsiert und verwiesen darauf, dass eigens ein Arbeitskreis gegründet wurde, der ein Konzept erarbeiten soll. Denn auch andere Investoren und Träger könnten ins Boot geholt werden.

„Natürlich ist das Entgegenkommen zu begrüßen und wir sind als Gemeinde dafür zuständig, dass es genügend Plätze gibt und nicht die Kirche, aber man muss abwarten, was jetzt im Arbeitskreis diskutiert wird“, so die UWG-Vorsitzende Sonja Hammerschmidt. Und auch Bürgermeisterin Birgit Tupat wurde deutlich: „Wir lassen uns nicht die Pistole auf die Brust setzen“, meinte sie mit Blick auf den Kita-Zweckverband.

Ratsherr Aykut Aggül verwies darauf, dass man alle Einrichtungen gleich behandeln sollte. „Wir zahlen schon seit Jahren Zuschüsse an Awo und Fibs. Und auch dort steigen die Zahlen Jahr für Jahr. Wir benötigen eine Lösung, die auch signalisiert, dass die Gemeinde hinter den Einrichtungen steht.“

Das wollen augenscheinlich alle, wobei auch nicht unter allen Bedingungen. „Wir haben aufgrund der Forderungen gesagt: Bis hierhin und nicht weiter. Und jetzt schauen wir mal, was passiert“, so Michael Schlieck (CDU).

Und es ist etwas passiert: Der Arbeitskreis traf sich erstmals Dienstagabend zu einer Online-Konferenz. Dabei waren Sonja Hammerschmidt (UWG), Stefan Herbel (CDU) und Christian Pohlmann (SPD). Auch Vertreter des Märkischen Kreises als Träger der Jugendhilfe wurden eingebunden, ebenso Bürgermeisterin Birgit Tupat, Kämmerin Gabriele Balzukat und Silke Kettendorf.

Eines stand im Vordergrund: Eine Erweiterung der Kita St. Elisabeth ist grundsätzlich wichtig, da in der Gemeinde Kindergartenplätze fehlen. Nach Aussage des Jugendamtes sind dies zurzeit 24 Plätze. Das erste Zwischenergebnis des Arbeitskreises: Der Kita-Zweckverband soll sein Konzept vorstellen. Aber: Generell ist man nicht bereit, den Trägeranteil zu übernehmen.

„Wenn der Trägerverband der katholischen Kirche nicht bereit ist, die Kita St. Elisabeth weiter zu betreiben, muss man mit anderen Trägern ins Gespräch kommen“, sagt Stefan Herbel. Das sei kein Schuss ins Blaue. Es gebe, wie man allein in Neuenrade sehe, durchaus auch Träger aus dem heimischen Bereich, die daran Interesse haben könnten. Die Sitzung des Arbeitskreises bezeichnet Stefan Herbel als sehr konstruktiv.

Das Gebäude und das Grundstück der Kita St. Elisabeth gehören der katholischen Kirche. Ob sie das Grundstück verkaufen würde? Auch ob der Platz vor Ort für eine größere Kindertagesstätte reichen würde, ist nicht geklärt. „Grundsätzlich würde höchstwahrscheinlich an anderer Stelle gebaut“, sagt Stefan Herbel und ergänzt: „Fakt ist, dass es auf jeden Fall, in welcher Form auch immer, wieder einen Kindergarten geben wird.“

Jetzt ist der Ball zurück beim Kita-Zweckverband, der der Gemeinde und dem Arbeitskreis seine Pläne vorstellen soll. Schön wäre es natürlich, wenn die alt eingesessene Einrichtung auch Zukunftschancen hätte.

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