Dorfplatz Wiblingwerde

Neuer Kindergarten: Investor gesucht

Evangelischer Kindergarten in Wiblingwerde
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Der evangelische Kindergarten in Wiblingwerde ist stark sanierungsbedürftig.

Ein völlig neues Gesicht für den Wiblingwerder Dorfplatz: Aus dem Wunsch wird langsam Wirklichkeit. Für den neuen Kindergarten wird ein Investor gesucht, für den Bau altersgerechter Wohnraum gibt es schon einen Interessenten.

Nachrodt-Wiblingwerde – Aus Visionen werden konkrete Pläne: Es geht voran mit der Quartiersentwicklung in Wiblingwerde. Das, was zunächst nur Ideen und Wünsche waren, wird nun nach und nach Wirklichkeit.

Schon in zwei Jahren könnte der Bereich zwischen Kirche und Kindergarten komplett anders aussehen. „Es wurde zwar noch kein Bauantrag gestellt, aber es gab erste konkrete und verbindliche Gespräche mit Behörden und Bauträgern“, erzählt Judith Kuhn vom Institut Kirche und Gesellschaft. Sie ist Mitglied im Projektteam „Zukunftswerkstatt Wiblingwerde“.

Dorfkern Wiblingwerde: „Eine Menge passiert“

Im Rahmen dieses Projekts möchte sich die evangelische Kirchengemeinde verändern, Neues schaffen und sich zukunftsfähig aufstellen. Gemeinsam mit einem Expertenteam überlegten Presbyterium und Gemeindemitglieder in offenen Sitzungen, wie so etwas aussehen könnte.

Entstanden ist ein völlig neues Konzept für den Bereich zwischen Kirche und Friedhof. „Wir sind nicht tatenlos. Auch wenn es nach außen erst einmal ziemlich ruhig aussieht. Es ist eine Menge passiert in den vergangenen Wochen“, erzählt Ralf Gütting vom evangelischen Kirchenkreis.

Dritte Gruppe für Kindergarten

Im Fokus der derzeitigen Planungen liegt der Neubau eines Kindergartens. Dafür sollen das stark renovierungsbedürftigen Pfarr- und Küsterhaus abgerissen werden. Auf dem zentralen Platz gegenüber der Kirche soll ein moderner Neubau mit einem großen Außenspielbereich in Richtung Friedhof entstehen.

„Derzeit sind wir schon bei den konkreteren Planungen. Die grobe Richtung wurde ja bereits der Gemeinde präsentiert. Jetzt geht es um Raumkonzepte und einige weitere Details“, erzählt Ralf Gütting. Geplant ist, dass mit dem Neubau der Kindergarten auch eine weitere, also dritte, Gruppe, kommt.

„Zeitnah wird es nun einen Ortstermin mit Gemeindeverwaltung und dem Märkischen Kreis geben, um die formellen Planungsgrundlagen zu besprechen.“

Kirche kann Neubau finanziell nicht stemmen

Die Kirchengemeinde habe derweil bereits ihre Fühler nach potenziellen Investoren ausgestreckt. „Sie kann einen solchen Neubau natürlich nicht stemmen. Aber es gibt durchaus Interessenten, die gerne in das Projekt investieren möchten“, erklärt Ralf Gütting. Dem kann Judith Kuhn zustimmen. Sie berichtete von ähnlichen Projekten in anderen Kommunen: „Das läuft ziemlich gut. Solche Neubauten sind für viele eine gute Investition. Beispielsweise für soziale Träger oder Banken.“

Wenn alles perfekt läuft, sei es gar nicht so unrealistisch, dass der Kindergarten schon in zwei Jahren sein neues Domizil beziehen könnte. Für Gemeinde und Kindergartenmitarbeiter wäre das eine große Erleichterung. Derzeit ist der Kindergarten aufgrund eines Wasserschadens noch im Gemeindehaus untergebracht. Im März sollen Kinder und Erzieher aber zurück an die Pastor-Landmann-Straße ziehen. Es ist jedoch absehbar, dass weitere größere Sanierungsarbeiten erforderlich wären. Auch ein tierisches Problem gab es dort.

Interessent für altersgerechte Wohnungen

Und auch der zweite Schritt ist bereits in Planung. „Wenn der Kindergarten im Neubau eingezogen ist, kann mit dem Rückbau des alten Gebäudes begonnen werden“, berichtet Gütting. Auf dem Gelände könnten dann altersgerechte Wohnungen entstehen. „Es gab bereits einen ersten Kontakt mit dem Bereichsleiter des Perthes- Werks“, verrät der Mitarbeiter des Kirchenkreises.

Es war ein erstes Gespräch vor Ort geplant, das musste jedoch coronabedingt vertagt werden. „Das Perthes-Werk hat grundsätzliches Interesse bekundet“, erklärte Ralf Gütting.

Gemeinsam mit der Kirchengemeinde überlege man zudem, wie man zwischen Kindergarten, Kirche und Gemeindehaus einen integrativen Platz für alle Generationen schaffen kann. „Die drei Projekte Kindergarten, Altenwohnungen und integrativer Platz sind recht konkret. Die Hofhäuser sind hingegen ein eher mittel- bis langfristiges Projekt“, sagt Ralf Gütting.

Hofhäuser als mittelfristiges Ziel

Zwischen Ehrenmal und Friedhof könnte nämlich günstiger Wohnraum für Familien entstehen und so auch der Dorfkern belebt und verdichtet werden. „Allerdings müsste hierfür erst einmal der Bebauungsplan geändert werden. Erst einmal sind die anderen Projekte dran“, sagt Gütting zum Ablauf.

Sobald wie möglich soll es eine weitere zentrale Info-Veranstaltung für alle Interessierten geben. „Wir wollen diesen Faden weiterspinnen. Und uns ist es sehr wichtig, die Gemeindemitglieder und die Wiblingwerder in diesen Prozess einzubinden“, betonte Gütting. Sobald Corona es zulässt, soll eine Versammlung im Gemeindehaus einberufen werden. Bei der ersten waren die Pläne auf positive Resonanz gestoßen.

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