Feuerwehr-Umkleideräume: Die Kosten explodieren

41 000 Euro will die Gemeinde in die Alte Schule in Veserde stecken, damit die dort ansässige Feuerwehr neue Umkleideräume erhält. Den Großteil der Kosten verschlingend notwendige Brandschutzmaßnahmen.   Foto: Griese

NACHRODT-WIBLINGWERDE - Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am Montagabend einstimmig die Schaffung von Umkleideräumen für die Feuerwehr in der Alten Schule Veserde gebilligt. Dabei „schluckten“ die Politiker sogar, dass die Maßnahme mehr als fünf Mal so teuer wird wie ursprünglich kalkuliert.

Bereits im vergangenen Jahr war die Schaffung von Umkleideräumen und einer Küche für die kleinste Löschgruppe der Doppelgemeinde einmal ein Thema gewesen. 7500 Euro sollte das seinerzeit kosten. Obwohl einige Ratsmitglieder Zweifel an der Notwendigkeit der Löschgrupe Veserde hegten und eine Zusammenlegung mit der Löschgruppe Wiblingwerde anregten, gab es letztlich eine große Mehrheit für die Umbaumaßnahme. Jetzt kam das Thema allerdings erneut auf die Tagesordnung. Nach einer Begehung der Alten Schule durch den Märkischen Kreis war nämlich klar geworden, dass zusätzliche Brandschutzmaßnahmen erforderlich sind. Weil Teile des Gebäude als Wohnung genutzt werden verlangte der Kreis den Einbau von Brandschutzwänden, -decken und -türen. Gemeinde, Feuerwehr und Mieter verständigten sich daraufhin auf eine andere Aufteilung: Keller- und Dachgeschoss sollen in Zukunft ausschließlich vom Mieter, das Erdgeschoss mit Ausnahme des Treppenhauses nur von der Feuerwehr genutzt werden. Im Saal, der früher unter anderem vom Gemischten Chor Veserde als Probenraum genutzt worden ist, und in der vorhandenen Küche sollen ein Umkleideraum und eine neue Küche für die Brandbekämpfer entstehen. Den bisher vom Mieter genutzten Abstellraum über der Feuerwehrgarage soll in Zukunft die Feuerwehr nutzen. Zugang zu diesem Raum soll die Feuerwehr über eine neue Außentreppe erhalten.

Mit diesen Maßnahmen sollen die Kosten für bauliche Brandschutzvorkehrungen auf ein Minimum reduziert werden. Allerdings kann der ursprüngliche Kostenrahmen bei weitem nicht mehr gehalten werden. Mittlerweile rechnet die Gemeinde mit Kosten in Höhe von 41 000 Euro. Allein die Umbaumaßnahmen sollen 29 000 Euro kosten, von denen die Feuerwehr durch Eigenleistung allerdings 17 000 Euro decken will. Für die Gemeinde blieben damit Materialkosten in Höhe von rund 12 000 Euro. Hinzu kommen etwa 8000 Euro für die erforderliche Außentreppe und ungefähr 4000 Euro für Elektroinstallation und Sanitärarbeiten.

Angesichts dieser Kostenexplosion zeigten sich die Ratsmitglieder am Montagabend erschrocken. Natürlich müsse die Feuerwehr ordentlich untergebracht werden, aber diese Kostensteigerung sei doch überraschend, sagte CDU-Fraktionschef Peter Herbel und erntete allgemeine Zustimmung. Rene Voigt, stellvertretender Leiter des zuständigen Fachbereiches, versicherte allerdings, dass durch die geforderten Brandschutzmaßnahmen ein Festhalten an der bisherigen Planung noch teurer werde. Die Variante mit Neuverteilung der vorhandenen Räume und neuer Außentreppe sei die kostengünstigere, gab er den Politikern zu verstehen. Die bissen letztlich in den sauren Apfel und gaben dem Vorhaben ihre Zustimmung. - Volker Griese

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