Floriansfunk wird digital

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Gemeindebrandinspektor Michael Kling im Einsatzleitwagen, in der Hand ein Digitalgerät. Es ist zu erkennen, dass die Feuerwehrfahrzeuge in einer Übergangszeit mit beiden Systemen ausgerüstet bleiben. Ganz links und rechts analoge Geräte für das Zwei-Meter-Band. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Ulrich Buchmann und Kurt Schüler haben in den letzten zwei Jahren schon so manche Feuerwache im Land kennen gelernt. Jetzt sind die Monteure regelmäßig am Holensiepen zu Gast – sie rüsten die Fahrzeugflotte der Feuerwehr auf Digitalfunk um.

Etwa drei Wochen sind insgesamt für diese Arbeiten veranschlagt. Drei von vier Löschfahrzeugen sind bereits umgebaut. Insgesamt müssen sich die Monteure neun Fahrzeuge der Blauröcke vornehmen. Die Installation der neuen Funkgeräte ist technisch und handwerklich durchaus anspruchsvoll. So müssten alleine in einem Einsatzleitwagen zwischen 60 und 70 Meter Kabel neu verlegt werden, berichtet Ulrich Buchmann. Die einzelnen Stränge könnten dabei eine Länge von bis zu 25 Metern haben. Als zentraler Punkt kommt die Montage der neuen Funkgeräte dazu, und natürlich muss eine Antenne für das 70-Zentimeter-Band aufs Dach gesetzt werden. Auf dieser Wellenlänge funkt die neue Technik, die die analogen Geräte nach Vorgaben des Landes ablösen wird. Rund 14 000 Euro hat die Gemeinde für die Umrüstung zur Verfügung gestellt.

„Vielleicht wäre die Montage einfacher, wenn die Wagen keinen Funk hätten“, meint Gemeindebrandinspektor Michael Kling. Aber die alten Geräte bleiben – zumindest für eine Übergangszeit – ganz bewusst an Bord und natürlich einsatzbereit.

Im Februar beginnt der so genannte „erweiterte Probebetrieb“ im Digitalfunknetz. Das heißt, dass die Blauröcke die neuen Geräte auf Herz und Nieren testen – „allerdings nur bei Einsätzen, die nicht zeitkritisch sind“, ergänzt der Wehrleiter. Im Laufe des Sommers soll dann auf den „Echtbetrieb“ umgestellt werden.

Dann werden viele kleine und große Schwächen der alten Funktechnik, mit denen die Feuerwehrleute immer wieder zu kämpfen hatten, der Vergangenheit angehören: Schlechte Verständlichkeit, überbelegte Kanäle – alle Feuerwehren im Kreis senden bisher auf einer Frequenz – und Störungen durch so genannten Überreichweiten weit entfernter Sender sind nur ein paar Beispiele. Michael Kling demonstriert die neue Technik und ruft für eine Verständigungsprobe eine Feuerwehr-Funkgerät in Werdohl. Als der andere Feuerwehrmann antwortet, ist seine Stimme glasklar und angenehm unverzerrt zu hören. „Das wäre auf dem Vier-Meter-Band kaum möglich“ , sagt Kling.

Der Gemeindebrandmeister ist froh, dass die Umrüstung auf Digitalfunk jetzt auf breiter Front vorangekommen ist. Im so genannten Abschnitt 30.2 in NRW, zu dem mit vier anderen Landkreisen auch der Märkische Kreis gehört, wird die letzte Lücke im landesweiten Digitalfunknetz geschlossen. 18 Sendestationen sollen im Kreisgebiet für eine lückenlose „Ausleuchtung“ sorgen. „Es ist gut, dass die Umstellung jetzt durchgezogen wird. Das Ganze ist seit zehn Jahren im Gespräch.“ Für die Wehr erwartet er konkrete Vorteile: „Es wird unsere Einsatzsituation und die Sicherheit erhöhen.“ ▪ Von Thomas Keim

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