Neue Kraftstoffsorte bisher nicht zu haben

Noch fehlt die neue Benzinsorte an den Säulen.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Eigentlich sollte die neue Treibstoffsorte E10 mit dem Jahreswechsel auch an Tankstellen in der Doppelgemeinde zu haben sein. Eine Anfrage an die beiden Tankstellen ergibt jedoch: Fehlanzeige. Bei vielen Autofahrern herrscht zudem noch Unklarheit, ob sie mit dem neuen Sprit fahren können.

Das neue Benzin mit dem verdoppelten Anteil von Bioethanol ist derzeit weder an der Aral-Tankstelle von Ralf Peter Meier an der Altenaer Straße zu bekommen, noch gibt es E10 bei der Avia-Tankstelle von Wilhelm Siepker an der Lüdenscheider Straße in Wiblingwerde. Meier rechnet damit, dass er den neuen Treibstoff „Mitte oder Ende Januar“ zur Verfügung haben wird, in Wiblingwerde könnte es nach Einschätzung von Wilhelm Siepker dagegen Februar werden.

Beide Pächter weisen zudem darauf hin, dass die Tankstellen keine sichere Auskunft darüber geben können werden, mit welchen Fahrzeugmodellen der neue Sprit getankt werden kann. Beide geben den dringenden Tipp, diese Frage in einer Fachwerkstatt oder beim Händler bzw. Hersteller zu klären. Wer dort ein „Nein“ zu hören bekommt, muss sich keine Sorgen machen: Der herkömmliche Treibstoff wird parallel weiter angeboten.

Mit der Einführung des Kraftstoffs setzt die Bundesregierung Vorgaben der EU zur Verringerung des Kohlendioxid-Ausstoßes von Autos um. Rund vier Millionen Fahrzeuge dürften nach Angaben des Bundesumweltministeriums aber den Kraftstoff nicht vertragen, weil er Bauteile angreift. Für diese Fahrzeuge soll es auch weiter den bisherigen Sprit – mit fünf Prozent Bio-Anteil – geben. Die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) hat eine Liste der betroffenen Fahrzeuge ins Internet gestellt. Der E10-Treibstoff dürfte den Autofahrer letztlich teurer zu stehen kommen. Das liegt daran, dass Bioetthanol nach Angaben der Mineralölbranche etwa 50 Prozent mehr als normales Benzin kostet.

Das E10-Benzin wird zudem vom Umwelt- und Naturschutzverbänden kritisiert. So sieht zum Beispiel der Naturschutzbund Deutschland „kaum positive Effekte“, Ethanol und Biodiesel würden für deutliche Emissionen von Klimagasen sorgen. ▪ tk

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare