Neue Idee fürs Klimaschutzprogramm

Pläne für einen Solarpark in Finkingsen

+
Vom Buchenweg gut zu erkennen: die Wiesen in Finkingsen, die für Photovoltaik-Anlagen im Gespräch sind.

Nachrodt-Wiblingwerde – Riesige Freiflächen. Große Wiesen. „Wäre es nicht sinnvoll, auf dem gemeindeeigenen Grundstück in Finkingsen eine großflächige Anlage im Bereich Solar-Technik zu erstellen?“, fragt CDU-Ratsherr Peter Herbel und bringt damit eine neue Idee für das Klimaschutzkonzept der Gemeinde ins Rennen.

Peter Herbel bittet in einer Anfrage an die Verwaltung darum, dieses Anliegen bis zur Sitzung des Rates am Montag, 27. Januar, zu prüfen. Und er stößt auf durchaus offene Ohren. „Ich finde die Idee nicht schlecht“, sagt Bürgermeisterin Birgit Tupat spontan. Die Flächen sind im Moment verpachtet. „Wir müssen jetzt prüfen, wie die vertragliche Situation aussieht und ob diese Idee umsetzbar wäre.“ Früher war Finkingsen ein Wasserschutzgebiet.

Die Stadtwerke betrieben dort auch eine Trinkwassergewinnungsanlage. Das alte Gebäude ist heute noch zu sehen. „Im Zuge der Energiewende würden wir einen wesentlichen Beitrag zur Versorgungssicherheit in der Gemeinde leisten“, meint Peter Herbel und ergänzt: „Darüber hinaus könnte sich mit einer solchen Maßnahme die Einnahmesituation der Gemeine verbessern.“ Auch der Bauamtsleiter ist grundsätzlich Feuer und Flamme für den Vorstoß von Peter Herbel. „Da ist noch keiner drauf gekommen“, sagt Dirk Röding.

Photovoltaik sei eine umweltschonende Energiegewinnung. „Wir haben das auch schon mal für verschiedene Gebäude untersucht, aber ich halte das auf einer Wiese für besser händelbar“, sagt Dirk Röding und verweist auf die Stadtwerke Iserlohn, „die uns in dieser Frage sicher beraten, wie das technisch umsetzbar ist“. Doch so einfach wie es sich anhört, ist eine Umsetzung nicht, erklärt Thomas Armoneit, Bereichsleiter Technisches Management der Stadtwerke, im AK-Gespräch.

Es gibt einige Hürden zu überwinden. So steht in den Vorgaben des Landesentwicklungsplanes, dass nicht auf landwirtschaftlichen Flächen gebaut werden kann. Und wenn man die EEG-Vergütung in Anspruch nehmen will, darf die Anlage maximal 110 Meter von einer Bahnlinie oder von der Autobahn entfernt sein. Es geht also um Nähe, nicht um die größtmögliche Entfernung. „Und so wird es schwierig, Flächen zu finden“, sagt Thomas Armoneit.

Die Stadtwerke Iserlohn haben zusammen mit den Stadtwerken Plettenberg zwei Anlagen in der Pfalz und in Thüringen. „Wir freuen uns total, dass wir sie haben“, sagt Thomas Armoneit. Ob und wie Photovoltaik-Anlagen in Finkingsen möglich sind, steht also noch in den Sternen. Seit 40 Jahren sind die Flächen an die Familie Tacke verpachtet, die das Grünland für Heu nutzt und in einigen kleineren Bereichen Weihnachtsbäume anbaut.

„Nach meinen Recherchen“, sagt Peter Herbel, „könnte eine Anlage etwa so groß wie ein Fußballfeld 1200 private Haushalte versorgen.“ Und zum Problem mit der geforderten Entfernung sagt der CDU-Ratsherr: „Falls die Entfernung der Wiesen oberhalb des Weges zu weit ist, gibt es die Möglichkeit, die Anlage unterhalb in Richtung Lenne anzuordnen. Das sind dann bis zur Bahnlinie höchstens 80 Meter.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare