Neue Bürgermeisterin ist im Amt

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Ausgerechnet der 2. stellvertretende Bürgermeister Gerd Schröder, bei der Bürgermeisterwahl noch ihr Kontrahent, nahm am Montag die Vereidigung der neuen Bürgermeisterin Birgit Tupat vor. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Seit Montagnachmittag, 16.07 Uhr, ist Birgit Tupat offiziell im Amt. In der Sitzung des Rates hat die 45-Jährige, die am 13. Mai zur Bürgermeisterin gewählt worden ist, ihren Amtseid abgelegt. In ihrer ersten Rede rief sie mit noch leicht zittriger Stimme zur Geschlossenheit auf.

Aufgrund der desolaten Haushaltslage stehe die Doppelgemeinde vor einer schweren Zeit, sagte Birgit Tupat mit Blick auf die Zwangsteilnahme am Stärkungspakt Stadtfinanzen und die von der Gemeindeprüfungsanstalt (GPA) vorgelegte Liste von Sparmaßnahmen. Die Bürgermeisterin betonte jedoch, dass dies nur eine Vorschlagsliste sei, die noch Spielraum biete. „Es liegt an uns, diese Liste sachorientiert zu behandeln“, erklärte sie und meinte damit die Möglichkeit, einige Vorschläge von dieser „Liste der Grausamkeiten“ durch eigene Sparideen zu streichen. Dennoch werde es auch schmerzlich Einschnitte geben, versuchte Tupat gar nicht erst, der Bevölkerung Sand in die Augen zu streuen.

Um die Belastungen durch das Sparpaket so gering wie möglich halten und die bewährten Standards beibehalten zu können, sei es aber notwendig, die Bevölkerung in die Entscheidungsprozesse mit einzubeziehen, warb die neue Bürgermeisterin für Transparenz in den politischen Entscheidungen. Auch bürgerschaftliches Engagement sei gefragt, will sie die Menschen in Nachrodt-Wiblingwerde mehr in die Pflicht nehmen.

„Sicher ist auch die interkommunale Zusammenarbeit ein gangbarer Weg, der jedoch auch seine Grenzen haben muss, da sonst die Eigenständigkeit der Gemeinde irgendwann nicht mehr aufrecht erhalten werden kann“, ging Birgit Tupat auch auf den von ihrer Vorgängerin Beatrix Naujoks eingeschlagenen Weg der Kooperation mit Altena ein. Das Maß der Zusammenarbeit gelte es daher genau zu prüfen, da es kein Zurück gebe, wenn dieser Weg erst mal begangen worden sei. Von einem Zusammenschluss mit der Nachbarstadt, wie er in düsteren Szenarien verschiedentlich prophezeit wird, will Tupat jedenfalls nichts wissen. „Es sollte unsere oberste Priorität sein, dass Nachrodt-Wiblingwerde für alle, die hier wohnen, weiterhin lebens- und liebenswert ist, und dass alles dafür getan werden muss, dass Nachrodt-Wiblingwerde eigenständig bleibt“, lautete ihre Parole.

Dafür will sich Birgit Tupat notfalls auch mit Kreis, Land und Bund anlegen. „Nicht all unsere Probleme sind hausgemacht. Vieles wird in Bund und Land beschlossen und die Ausführung der Gesetze wird nach unten weitergereicht. Die Kleinsten müssen die Suppe auslöffeln, die andere gekocht haben. Das kann auf Dauer nicht so weiter gehen und ich werde das auch in Gesprächen mit übergeordneten Stellen zur Sprache bringen“, versprach die Bürgermeisterin und versuchte, Rat und Bevölkerung Mut zuzusprechen, als sie sagte: „Wir sollten gemeinsam und erhobenen Hauptes in die Zukunft der Gemeinde Nachrodt-Wiblinwgerde blicken.“ An die Mitglieder des Rates gewandt, wünschte sie sich eine sachorientierte und von gegenseitigem Respekt geprägte Zusammenarbeit mit den Fraktionen. „Wir sind aufgerufen, gemeinsam tragfähige Lösungen zu erarbeiten“, appellierte die neue Bürgermeisterin an die Politiker. ▪ Volker Griese

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