Neue Bestattungsform auf dem Einsaler Friedhof

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Montageleiter Hans-Peter Schwarz (r.) erläutert Hans Wehr (l.) und Klaus-Dieter Jacobsen vom Kirchenvorstand, wie eine Urne der Stelenanlage geöffnet und wieder verschlossen werden kann.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ „Diese Bestattungsform bietet alle Vorteile eines Wahlgrabes, hat aber praktisch keine Nachteile“, umschreibt Hans Wehr vom Kirchenvorstand der St. Josef-Gemeinde, warum auf dem Friedhof in Einsal zwei so genannte Urnenstelen errichtet worden sind.

Auch die St. Josef-Gemeinde, die den katholischen Friedhof unterhält, beobachtet seit einigen Jahren einen Trend zur Urnenbestattung. Etwa jede fünfte Beerdigung erfolgt schon heute nicht mehr auf herkömmliche Weise in einem Wahl- oder Reihengrab, sondern als Feuerbestattung mit anschließender Urnenbeisetzung. Deshalb hat die St. Josef-Gemeinde schon vor einigen Jahren die Urnenbestattung in einem Wahlgrab oder auf einem Urnenfeld ermöglicht.

Hinterbliebene, denen ein Urnenwahlgrab zu pflegeintensiv und eine Bestattung auf dem Urnenfeld zu anonym ist, können die Asche ihrer Verstorbenen nun also in einer Urnenstele für 20 Jahre würdevoll zur letzten Ruhe geben.

Zwei Stelenanlagen hat die St. Josef-Gemeinde nun für rund 25 000 Euro rechts und links der Treppe, neben den Gräbern der verstorbenen Geistlichen, errichten lassen. Es handelt sich dabei um jeweils drei Säulen aus rotem italienischen Granit. Jede Stelenanlage besteht aus zehn aufeinander gestapelten Würfeln von 40 Zentimetern Kantenlänge. In jedem der insgesamt 20 Würfel, die mit einem nicht sichtbaren Verschlusssystem versehen sind, finden zwei Urnen oder drei Aschekapseln Platz. Die Namen und Daten der Verstorbenen können auf der vorderen Granitplatte Platz finden.

„Dieses System kann beliebig erweitert werden“, erklärte Hans-Peter Schwarz, Montageleiter des Freiburger Unternehmens Weiher, das bundesweit solche Anlagen baut. Das sei bei der Auswahl des Systems auch wichtig gewesen, betonte Klaus-Dieter Jacobsen vom Kirchenvorstand. Schließlich rechnet die Gemeinde für die Zukunft mit einer Zunahme von Urnenbestattungen.

Die Oberflächen der Granitwürfel sind zwar dank einer Nano-Beschichtung gegen Witterungseinflüsse weitgehend geschützt. Blumengefäße oder Kerzen sollen darauf aber dennoch nicht abgestellt werden. Dafür sollen vor den Säulen noch Plätze geschaffen werden. Auch das direkte Umfeld der Stelenanlagen, das unter den Bauarbeiten natürlich gelitten hat, soll kurzfristig noch verschönert werden.

Bestattungen in den Urnenstelen sind nach Worten von Hans Wehr prinzipiell ab sofort möglich. Die Kosten für diese Bestattungsform habe der Kirchenvorstand allerdings nicht kalkuliert. ▪ Volker Griese

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