Neubau Lennebrücke: Gab es einen Beschluss oder gab es keinen?

„Die Feigheit ist zur Tugend geworden“

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CDU-Ratsherr Peter Herbel (links) – hier mit Sebastian Brinker und Kathrin Püschel im Rat – ist sich sicher, dass es einen Beschluss zum Standort der neuen Lennebrücke gab.

Nachrodt-Wiblingwerde - Gab es einen einstimmigen Beschluss zum Thema „Neubau der Lennebrücke“ oder gab es ihn nicht? Wollten CDU, SPD und UWG gleichermaßen, dass die neue Brücke am alten Standort gebaut wird und hatten sie das auch so beschlossen und verkündet? „Ich kann mir nicht vorstellen, dass alle so ein schlechtes Gedächtnis haben“, meinte CDU-Ratsherr Peter Herbel während der Sitzung des Rates.

 Fakt ist: Im Protokoll steht nichts dergleichen. Und das ist durchaus von Bedeutung. Denn wenn es einen Beschluss gegeben hat oder hätte, hätte dieser im anstehenden Planfeststellungsverfahren von Bedeutung sein können.

Erinnern kann sich aber augenscheinlich nur Peter Herbel. „Ich glaube nicht, dass es ein fehlerhaftes Protokoll gibt“, so Bürgermeisterin Birgit Tupat, nachdem Peter Herbel die Brücken-Diskussion aufgerollt hatte.

Danach gab es im Juli 2017 den Antrag der CDU-Fraktion, eben besagten Beschluss zu fassen. „Wir bevorzugen den bisherigen Standort oder alternativ direkt daneben. Auf keinen Fall möchten wir den Bereich Dümplerleie in seiner ortsprägenden Schönheit zerstören“, hieß es damals.

 Am 3. Juli gab es sodann den Beschlussvorschlag im Rat: „Der Neubau muss in der vorhandenen Trassenführung durchgeführt werden.“ Aber wurde auch abgestimmt? Peter Herbel zitiert auch Ausschnitte der AK-Berichterstattung, die ihm Recht geben. Doch: Stillschweigen im Rat. Schulterzucken. Kopfschütteln.

Nachdem Straßen.NRW einen Bürger-Markt veranstaltete und die Pläne vorstellte, wird die Möglichkeit, die Lennebrücke am aktuellen Standort zu bauen, nur noch von wenigen Leuten in Betracht gezogen – und zwar auch deshalb, weil Häuser abgerissen und für die Bauzeit eine Ersatzbrücke gebaut werden müsste – ebenfalls mit erheblichen Eingriffen in die Natur.

„Die Feigheit ist zur Tugend geworden“, sagt Peter Herbel dazu. Und: „Es sprechen alle Indizien dafür, dass ein Beschluss gefasst wurde.“ Der CDU-Ratsherr denkt übrigens nicht, dass die Gemeinde die Kosten übernehmen müsste, wenn die Planungen bei Straßen.NRW nun von vorn begonnen werden müssten. „Nur wenn es einen rechtsgültigen Planfeststellungsbeschluss geben würde und wir dann eine andere Lösung haben wollten, müssten wir zahlen“, sagt Herbel.

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