Nachwuchsförderung mit Vorbildcharakter

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Die Walzwerke Einsal sind mit dem Ausbildungszertifikat der Bundesagentur für Arbeit ausgezeichnet worden. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Die Bundesagentur für Arbeit hat die Walzwerke Einsal mit einem Ausbildungszertifikat ausgezeichnet, das die besonderen Anstrengungen des Unternehmens im Bereich der Nachwuchsförderung unterstreichen soll. Christine Mause, Teamleiterin der Berufsberatung in Iserlohn, überreichte die Urkunde am Mittwoch Walzwerke-Geschäftsführer Dr. Bodo Reinke.

Reinke war von der Auszeichnung überrascht. „Wir haben uns um nichts beworben, sondern nur unsere Arbeit getan“, gab er sich bescheiden. Und diese Arbeit besteht für den größten Arbeitgeber in der Doppelgemeinde offenbar seit Jahren auch darin, dem Nachwuchs eine Chance zu geben. Dabei kommt es den Walzwerken nicht vorrangig auf gute Schulnoten der jungen Bewerber an. „Wichtiger ist für uns, dass ein Mitarbeiter engagiert, fleißig und pünktlich ist“, betonte Reinke und berichtete auch von Fällen, in denen eine „intensive persönliche Betreuung“ notwendig sei. „Wir hoffen natürlich, dass uns die Azubis das mit großem Engagement zurückzahlen“, so Reinke. Das traditionsreiche Unternehmen beschäftigt praktisch ständig etwa 20 Auszubildende, von denen die allermeisten auch nach ihrer Ausbildung noch für mindestens ein halbes Jahr im Unternehmen bleiben können.

Davon, junge Menschen mit nicht ganz so guten Qualifikationen auf‘s Wartegleis zu schieben, hält Walzwerke-Geschäftsführer Reinke nichts. Damit trifft er voll und ganz den Nerv von Christine Mause, die die Situation auf dem Ausbildungsmarkt im Märkischen Kreis schilderte. Nach der Wirtschaftskrise hätten zwar viele Unternehmen wieder freie Ausbildungsstellen gemeldet, was für eine gewisse Entspannung gesorgt habe. „Wir brauchen aber nach wie vor jede Stelle, weil viele Jugendliche schon direkt nach der Schule in eine Berufsausbildung wechseln möchten“, so Mause. „Warteschleifen“ auf einem Berufskolleg oder in einem Praktikum seien bei den jungen Menschen zunehmend unbeliebt.

Die Berufsberaterin wies auch auf die Bedeutung der Ausbildung von Fachkräften vor dem Hintergrund der alternden Bevölkerung hin. Das konnte Dr. Bodo Reinke nur bestätigen. Die Walzwerke Einsal bekämen den demographischen Wandel bei der Suche nach Fachkräften bereits jetzt zu spüren. Doch mit ihrer Strategie, durch die Ausbildung junger Leute selbst für die Fachkräfte von morgen zu sorgen, liegen die Einsaler Stahl- und Edelstahlverarbeiter ja goldrichtig. ▪ vg

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