Nachwuchs in fremden, aber guten Händen

Tagespflegemütter kümmern sich neben ihren eigenen Kindern oft auch noch den Nachwuchs anderer Eltern.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Mit der Geburt eines Kindes stellt sich den frisch gebackenen Eltern eine Vielfalt von Fragen. Eine der wichtigsten Entscheidungen ist die Frage, ob und wann man einen Teil der Erziehung des neuen Erdenbürgers in die Obhut fremder Hände geben möchte.

Oft stehen insbesondere die Frauen unter diesem Entscheidungsdruck. Die Erwartungshaltung des Arbeitgebers, die Sicherung des Arbeitsplatzes oder schlichtweg die finanzielle Notwendigkeit lassen dabei manchmal keinen großen Spielraum. Deshalb streben sie oft die Rückkehr in die Berufstätigkeit an. Wenn dann die Obhut des Kindes nicht durch Familienmitglieder abgedeckt werden kann, beginnt für die Eltern die Suche nach einer geeigneten Betreuungsmöglichkeit.

Neben der so genannten U-3 Betreuung in Kindertageseinrichtungen bietet sich auch die Suche nach guten Tagespflegeeltern an. Der einkommensabhängige Eigenanteil der Eltern an den Kosten für eine solche Betreuung entspricht der Höhe des zu zahlenden Beitrags für einen Platz in einer Kindertageseinrichtung. „Eltern sollten jedoch bei der Wahl ihrer Tagesmutter sehr umsichtig vorgehen und sich möglichst den Rat einer seriösen Vermittlungsstelle einholen“, rät das Kindertagespflege-Büro der Arbeiterwohlfahrt(Awo) im Märkischen Kreis, das den Eltern die richtigen Ansprechpartner nennen kann. Von dort aus werden Tagespflegeeltern auf „Herz und Nieren“ überprüft, ausgebildet und auch während ihrer Tätigkeit als Tagespflegeeltern weiter begleitet.

Tagespflege

Wer Interesse daran hat, als Tagesmutter oder Tagesvater tätig zu werden, kann sich an das Kindertagespflegebüro der Arbeiterwohlfahrt im Märkischen Kreis wenden. Zuständig für den Bereich Kindertagespflege ist dort Susann Kürschner (Tel. 0 23 51/38 18 97, Mobil 0 172/2003917, E-Mail: kindertagespflege-mk@awo-ha-mk.de).

Das familiäre Umfeld wird bereits im Vorfeld überprüft, auch von allen erwachsenen im Haushalt lebenden Personen werden polizeiliche Führungszeugnisse und ärztliche Atteste eingeholt. In ausführlichen Gesprächen und Hausbesuchen werden die potenziellen neuen Tagesmütter auf ihre Eignung hin eingeschätzt und dürfen nur bei einer positiven Beurteilung den Ausbildungskursus beginnen. Und erst nach bestandener Abschlussprüfung dürfen sich diese dann „Zertifizierte Tagesmutter“ nennen.

Doch Vorsicht: Mit dieser Zertifizierung alleine ist es nicht getan. „Das komplette Sicherheitspaket haben suchende Eltern nur, wenn die Tagespflegeeltern auch eine offizielle Pflegeerlaubnis des jeweiligen Jugendamtes vorweisen können. Nur mit dieser Pflegeerlaubnis darf man Tageskinder betreuen. Eltern sollten sich also grundsätzlich das Zertifikat und die Pflegeerlaubnis vorlegen lassen“, so die Awo. Bei einer Beratung und Vermittlung durch die Ansprechpartnerin des Awo-Kindertagespflegebüros können Eltern sicher sein, dass nur Tagespflegeeltern empfohlen werden, die diesen Kriterien entsprechen.

Früher mussten aktive Tagesmütter völlig oft allein gelassen ihre Arbeit leisten. Einige sind dabei nach bestem Wissen und Gewissen dieser Aufgabe nachgegangen, doch wie in jeden Dienstleistungsbereich gab es auch hier schwarze Schafe. Heute ist die Kindertagespflege genau definiert und gesetzlich verankert. Sie ist qualifiziert, angeleitet und wird von den zuständigen Behörden begleitet. So arbeiten zertifizierte Tagespflegeeltern unter anderem eng mit Kindertageseinrichtungen zusammen, um erste Kontakte zwischen Tageskindern und den Einrichtungen herzustellen. Für Tagespflegeeltern und ihre Tageskinder werden die unterschiedlichsten Aktionen angeboten, wie zum Beispiel das Turnen für Tageskinder mit ihren Tagesmüttern oder die Einladung zum gemeinsamen Frühstück. Ziel dabei ist unter anderem die Vernetzung untereinander. Tagesmütter brauchen den regelmäßigen Austausch und Kontakt mit ihren Kolleginnen. Außerdem ist dabei ein ganz wichtiger Aspekt, dass sich Tagesmütter und Tageskinder auch untereinander kennen lernen. Wenn dann einmal eine Tagesmutter ausfällt, ist die Vertretung durch eine andere, dem Kind vertraute Tagesmutter viel leichter.

Doch nicht nur die Tagesmütter selbst erhalten regelmäßig die Gelegenheit zu gemeinsamen Kontakten, wie zum Beispiel die sehr wichtigen angeleiteten Reflexionsangebote und Weiterbildungen. Auch die zuständigen Ansprechpartnerinnen der verschiedenen Städte im Bereich Kindertagespflege stehen im regelmäßigen Austausch miteinander. Oft werden Tagespflegeverhältnisse städteübergreifend organisiert. Hier verlassen sich die Kolleginnen auf die jeweilige Eignungseinschätzung und Überprüfung.

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