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Die Schönheit kommt mit Wucht

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Pucki? Wellensittiche sind sehr beliebt, weil sie verspielt und fröhlich sind.
Pucki? Wellensittiche sind sehr beliebt, weil sie verspielt und fröhlich sind. © Fischer-Bolz, Susanne

Die Kleinen sehen wirklich ziemlich mitgenommen aus, ihre wahre Schönheit kommt später. Dann aber mit Wucht. Nachwuchs gibt es bei Vögeln von Norbert Grebe. In seinen Volieren hat der Rennerder Hobbyzüchter eine ganze Schar von Federvieh. Und einigen Nachwuchs.

Nachrodt-Wiblingwerde – Die Prachtrosella haben drei Küken, die sich bald zu den farbenprächtigsten Bewohnern entpuppen werden. Jetzt sind sie noch im Nistkasten und in 14 Tagen werden sie ausfliegen. Drei Amazonen, Sing-, Berg-, Rotflügel- und Mönchssittiche sind in Rennerde zu Hause, ebenso Nymphensittiche (das sind die Vögel mit der Sturmfrisur) und Wellensittiche. Nachwuchs gibt es bis jetzt bei den Nymphensittichen, Wellensittichen und bei den Rosella. Insgesamt neun Jungvögel, vier weitere werden in den nächsten Tagen aus dem Nest fliegen. „Ich lasse die Vögel zwei Mal im Jahr brüten, dann nehme ich die Kästen ‘raus“, sagt Norbert Grebe.

Zu jung, um Vogeleltern zu werden

Die Bergsittiche (der Kopf und die ganze Unterseite des Männchens sind olivgelb) und die Rotflügelsittiche (beim Weibchen ist der Rotanteil des Gefieders deutlich geringer als beim Männchen) sind noch zu jung, um Vogeleltern zu werden, „bei den Mönchssittichen weiß ich nicht, ob das in diesem Jahr schon klappt“, erzählt Norbert Grebe.

„Wenn sie sich nicht verstehen, wird das nichts“

Es klingt logisch: Um Nachwuchs zu züchten, muss man ein passendes Paar haben. „Nicht automatisch ergibt ein Männchen und ein Weibchen ein Paar. Wenn sie sich nicht verstehen, wird das nichts“, lacht Norbert Grebe. Dann muss man beispielsweise mit einem anderen Züchter tauschen. „Ich mache das sehr selten, bisher hatte ich mit den Paaren meistens Glück“, erzählt der Vogel-Experte, der als Lieblingstier zurzeit den Mönchssittich kürt, „weil er immer in seinem Nest übernachtet. Er baut eine Art Kugelnest. Und auch, wenn er in der Natur leben würde, würde er zu seinem Nest zurückkehren.“

Norbert Grebe bietet für alle Vogel-Liebhaber und solche, die es werden wollen, einmal im Monat einen Vogelstammtisch im Café-Klunterbunt. „Man muss kein Züchter sein, um dabei zu sein. Aber die Begeisterung sollte man mitbringen“, so der Rennerder, der natürlich mehrere Volieren hat. Die Kleinste ist drei mal zwei Meter groß, die längsten sechs mal drei Meter. Die Großvolieren sind im überbauten Haus. Und es gibt eine ganz große Voliere draußen, die an der längsten Stelle zwölf Meter ist, inklusive zwei Meter Schutzhaus. Dort leben Sing-, Berg-, Rotflügel-, Ziegen- und Nymphensittiche, die sich allesamt augenscheinlich gut verstehen. „Sie käbbeln sich höchstens mal untereinander“, erzählt Norbert Grebe.

Die alten Hähne verstehen keinen Spaß

Nicht lustig kann es bei den Prachtrosella zugehen. „Die Eltern verstehen sich mit den Jungen nur im ersten Jahr bis zur nächsten Eiablage. Dann müssen die Jungtiere da raus. Die alten Hähne möchten nicht mehr mit den jungen zusammen sein und hacken sich dann.“ Bei den Wellensittichen hat das Männchen eine blaue Nasenhaut. Die meisten Sittiche kann man auseinanderhalten, aber manchmal ist das Geschlecht nicht eindeutig. Bei Amazonen ist es sehr schwierig. Dann hilft nur eine Federprobe. „Ich mache das eigentlich nicht, lasse mich lieber überraschen“, erzählt Norbert Grebe, der täglich etwa eineinhalb Stunden mit seinen Vögeln verbringt. „Und wenn ich anfange, alles sauber zu machen, dauert es auch sechs Stunden.“

Jeden Tag gibt es eine Überraschung

Das Schöne an seinem Hobby, so sagt Norbert Grebe, ist die Tatsache, „dass es eigentlich jeden Tag eine Überraschung gibt.“ Das Verhalten der Vögel, sie zu beobachten, sei einfach toll. Das Züchten ist ein reines Hobby. „Gerne vorbeikommen“, ermutigt er alle Interessierten.

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