Die Nachteile des Dampfmaschinen-Prinzips

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Die Schüler erfuhren von Carsten Schultz, dass der größte Teil des Stroms heute noch nach dem Prinzip der Dampfmaschine erzeugt wird. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Die Funktionsweise der Dampfmaschine haben Generationen von Schülern lernen müssen. Die Art und Weise, wie sie Carsten Schultz gestern den Albert-Schweitzer-Hauptschülern nahe gebracht hat, hat aber mit dem Physik-Unterricht à la „Feuerzangenbowle“ so überhaupt nicht mehr viel gemeinsam.

Der Umweltpädagoge des Vereins Deutsche Umwelt Aktion erläuterte den Mädchen und Jungen des 6. bis 8. Schuljahres zwar auch, wie aus Wasser zunächst Wasserdampf entsteht und wie der über den Zylinder und Pleuelstangen eine Turbine in Gang setzt. Dann lenkte er die Aufmerksamkeit der Schüler aber auf einen großen Nachteil des Systems, das bis heute in praktisch allen Kraftwerken eingesetzt wird, um elektrische Energie zu erzeugen: Um Wasserdampf zu erzeugen, muss Hitze erzeugt werden. Und weil dass meistens durch Verbrennung von Kohle, Gas oder Müll geschieht, entsteht Kohlendioxid. Das wiederum trägt zur Erwärmung der Erdatmosphäre bei. „Deshalb ist es wichtig, dass Ihr jeden Tag Strom spart“, zeigte Schultz den Mädchen und Jungen den Zusammenhang von Stromerzeugung und Treibhauseffekt auf.

Da war es dann nur noch ein kleiner Schritt bis zu der Frage, auf welche Weise Strom denn sonst noch erzeugt werden könnte. Dabei wurde den Schülern schnell klar, dass Strom, für dessen Produktion nichts verbrannt werden muss, auch keine schädlichen Treibhausgase verursacht. „Aus Sonnenlicht Strom herzustellen, wird in Zukunft immer wichtiger“, sagte Carsten Schultz mit Blick auf eine nicht mehr all zu ferne Zukunft, in der auch Autos elektrisch angetrieben werden. „Was sich auf diesem Gebiet gerade tut, ist sehr spannend“, erklärte der Umweltpädagoge und berichtete den Schülern von Autos, die mit Elektroantrieben mehrere hundert Kilometer zurücklegen können. Die Probleme, die die ersten Elektroautos vor 125 Jahren hatten, nämlich genügend Energie für eine längere Fahrt zu speichern, seien inzwischen fast überwunden. Und preisgünstig könne man mit diesen Elektromobilen auch fahren. „Strom für 100 Kilometer kostet ungefähr einen Euro“, so Schultz. Dass das günstiger ist als Benzin oder Diesel hatten auch die Elf- bis 14-Jährigen blitzschnell ausgerechnet. „Ein Knackpunkt sind aber noch die hohen Anschaffungskosten“, schränkte Schultz ein. Und natürlich leuchtete den Hauptschülern ein, dass Autofahren mit Elektroantrieb nur dann eine saubere Sache sein kann, wenn die Energie aus Sonne, Wind oder Wasserkraft gewonnen worden ist. Doch bis sie sich selbst hinter das Steuer eines Autos setzen dürfen, ist vielleicht das eine oder andere Problem auf diesem Gebiet schon gelöst. Auf dem Schulhof konnten sie gestern übrigens schon üben, wie man mit Elektroantrieb fährt – allerdings mit einem ferngesteuerten Modellauto. ▪ vg

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