Visionen für den Krekel-Bau und einen Brückenplatz

Seit Jahren drehen sich die Überlegungen zur Zukunft des Krekel-Gebäudes im Kreis. Architekt Marcus Wagner von der Arbeitsgemeinschaft, die das Regionale-Projekt LenneSchiene plant, hat jetzt einen möglichen Ausweg aufgezeigt.  Foto: Griese

Nachrodt-Wiblingwerde - Seit Jahren kommt keine Bewegung mehr in die Überlegungen zur Zukunft des Krekel-Baus an der Ecke Kirchstraße/von-Bodelschwingh-Straße. Ein Architekt, der das Gebiet zwischen Rastatt und Amtshaus im Zusammenhang mit dem Regionale-Projekt LenneSchiene überplant hat, hat jetzt einen möglichen Ausweg aufgezeigt.

Das große leerstehende Bürohaus wirke wie ein Fremdkörper in dem von Wohnbebauung geprägten Umfeld, stellte der Dortmunder Architekt Marcus Wagner in der Sitzung des Planungs- und Bauausschusses am Montagabend fest. Er schlug den Politikern deshalb vor, das Krekel-Gebäude dem Erdboden gleich zu machen und das Gelände vollkommen neu zu bebauen. Sein Konzept sieht vor, drei freistehende Wohnhäuser zu errichten, die sich um einen gemeinsamen, sich zur Landschaft öffnenden Wohnhof gruppieren. Die Häuser sollen etwas erhöht stehen, so dass darunter in einer Tiefgarage die notwendigen Stellplätze geschaffen werden können. „Das würde dann deutlich besser ins Ortsbild passen“, sagte Wagner.

Die Beseitigung des Schandflecks Krekel-Bau war jedoch nur ein Teilbereich der Umfeldneugestaltung zwischen Rastatt und Amtshaus, die Wagner dem Ausschuss vorstellte. Weitere Aspekte betrafen die Hagener Straße nach dem Abriss der alten Lennebrücke und den Märkischen Platz neben dem Amtshaus.

Durch den Wegfall der alten Lennebrücke werde die Hagener Straße zu einer Sackgasse, der Bereich von Sparkasse und Moschee erhalte dann Platz-Charakter. Dieser „Brückenplatz“ könne zu einem Ort der kulturellen Begegnung und des kleinteiligen Einzelhandels in Wohnortnähe werden, schlug Marcus Wagner dem Ausschuss vor. Der alte Brückenkopf könne erhalten werden und als Freisitz mit Ausblick in die Natur genutzt werden. Über Treppen, eine Rampe und Sitzstufen sei auch ein Zugang zur Lenne denkbar. Neu gestaltet werden könne auch der Hof der Moschee, der dadurch zu einem Außenraum für die muslimische Gemeinde und interkulturelle Begegnungen werden könne, so der Planer.

Den Märkischen Platz charakterisierte Wagner als überdimensioniert und gleichzeitig zu wenig genutzt. Dabei habe dieser Platz durchaus Potenzial für einen Ort der Begegnung und des vitalen Gemeindelebens. „Hier gilt es lediglich die Zugänglichkeit und Nutzbarkeit des Platzes zu verbessern“, glaubt der Planer, mit wenig Aufwand viel erreichen zu können. Auf dem Platz könnten dann regelmäßig wiederkehrende Veranstaltungen stattfinden: Wochenmärkte, jahreszeitliche Märkte, Open-Air-Kino und Gemeindefest seien denkbar.

Städtebauliche Ideen für eine Aufwertung Nachrodts sind das eine, ihre finanzielle Machbarkeit das andere. Das sah auch der Ausschussvorsitzende Peter Herbel (CDU) so: „Wann das alles realisiert werden kann, liegt vor allem daran, wann wir das bezahlen können“, begegnete er den Plänen angesichts der leeren Gemeindekasse eher skeptisch. SPD-Ratsfrau Birgit Hirt blickte etwas optimistischer auf die Vorschläge: „Jetzt müssen wir sehen, wo wir Fördertöpfe für diese Maßnahmen öffnen können.“ Fest steht nur: Aus dem Strukturförderprogramm Regionale wird es dafür kein Geld mehr geben. - Volker Griese

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