Handlungsbedarf auch an Bücherei und Jugendzentrum 

Annegret Klatt (rechts) – hier mit Sebastian Brinker (links) und Roland Roczniok – erzählte vom Badehaus, das es früher an der Hagener Straße 7 gegeben hat.

Nachrodt-Wiblingwerde – „Hier ging es runter“, sagt Annegret Klatt und zeigt auf eine Tür am Eingang der Gemeindebücherei. Unten im Gebäude an der Hagener Straße 7 war früher ein öffentliches Badehaus. Als Annegret Klatt ein kleines Mädchen war, hatten die meisten Wohnungen in Nachrodt kein eigenes Badezimmer. Und so ging man samstags ins Badehaus und stellte sich an, um in die Wanne hüpfen zu können.

 Es gab vier Kabinen nebeneinander. Die Seife brachte jeder selbst mit. Und nach jedem Besucher wurde sauber gemacht. Heute ist das Haus, das Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut wurde, von allen Immobilien-Sorgenkindern der Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde  das kleinste. Im Rahmen einer Immobilienbereisung schauten sich die Kommunalpolitiker Jens-Philipp Olschewski, Sebastian Brinker, Kathrin Püschel, Roderich Knipps (CDU), Annegret Klatt, Hans-Jürgen Hohage (UWG), Ronny Sachse, Rita Joergens (SPD) und Matthias Lohmann mit Bauamtsleiter Dirk Röding, seinem Stellvertreter Roland Roczniok und Ingenieur Holger Selve die gemeindeeigenen Häuser in Nachrodt an.

 Der zweite Stepp in Wiblingwerde folgt in dieser Woche. Denn es liegt einiges im Argen. Die Gemeindebücherei und das Jugendzentrum sind schon seit vielen Jahren an der Hagener Straße 7 untergebracht. Ein Markenzeichen des Gebäudes ist die Efeu-Bepflanzung, die augenscheinlich nur auf den ersten Blick schön ist. Auf der Hinterseite des Gebäudes sind vier Tonnen Efeu von allein gen Boden gefallen – und man sieht die Schäden. Der Putz hat ordentlich Zermürbung erfahren. Aber die Probleme sind offensichtlich nur oberflächlicher Art. Das Efeu an der Vorderseite grünt in voller Pracht und müsste nach Ansicht von Holger Selve, der alle Gebäude begutachtet hat, dringend entfernt werden. Im Keller haben sich die Wurzeln der Pflanze schon durch den Kleber gedrückt. 

„Es ist ein Sauzeug“, findet Holger Selve. Problematisch ist die Rankpflanze besonders auch im Dachbereich. Die Triebe ranken sich an Regenrinnen entlang. Lösen sich im unteren Bereich der Fassade Haftwurzeln, kann das Gewicht der Ranke die Regenrinne beschädigen. Zudem wachsen einzelne Triebe durchaus unter die Dachziegel. Das Gebäude selbst hat eine gute Substanz. Auch den Keller könne man jetzt so lassen wie er ist, allerdings nicht das Dach. 

„Das hat seine Tage gesehen“, sagt der Gutachter. 70 bis 80 Jahre habe es auf den Buckel und müsse deshalb dringend gemacht werden. „Wir reden hier aber nicht von einer Sanierung, sondern von Erhaltungsmaßnahmen“, sieht Holger Selve keinen Grund zur Aufregung. In der Bücherei müsste die Heizung erneuert werden. Bereisung als Entscheidungshilfe Das Gebäude, so sind sich Politiker als auch Verwaltungsmitarbeiter einig, habe eine attraktive Nutzung und einen attraktiven Standort. 

So attraktiv, dass ein Verkauf in Frage kommt? Eine Idee, die während der Besichtigung diskutiert wurde, war nämlich der Umzug von Bücherei und Jugendzentrum ins Gebäude Hagener Straße 96. Daraus könnte man auch ein Haus der Vereine machen. „Eine attraktive Idee“, so Sebastian Brinker. Allerdings gab es sofort auch Gegenstimmen, denn Hans-Jürgen Hohage meinte: „An der Bude Hagener 96 sollten wir nicht festhalten.“ Die Immobilienbereisung – von der CDU initiiert – wird letztlich eine Entscheidungshilfe dabei sein, welche Gebäude saniert werden sollen und können und von welchen Häusern man sich vielleicht trennen kann oder trennen muss.

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