Lesung  mit der sargfabric

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Die Autoren der Sargfabric.

NACHRODT-WIBLINGWERDE  Blutig ging es am 15. landesweiten Vorlesetag in der Bücherei in Nachrodt-Wiblingwerde zu. Die sargfabric hatte zur Lesung ihres Debüts „Der Tote in der Lenne“ geladen und die Krimifans strömten zahlreich zu dieser Premieren-Veranstaltung der Schriftsteller-Gruppe.

„Schauen wir mal, ob sich die Investition lohnen wird, aber seien Sie nicht zu streng mit uns“, sagte Ronny Sachse zur Begrüßung. Immerhin sei dies für alle Beteiligten die erste Lesung dieser Art. Gemeinsam mit AK-Redakteurin Susanne Fischer-Bolz ging Sachse auf die Anfänge des Projekts ein.

Ursprünglich hätte aus der Idee, einen Roman zu schreiben, eine Serie in der Tageszeitung werden sollen. „Um das ‚Sommerloch‘ zu überbrücken, sollte es etwas Außergewöhnliches sein: warum kein Krimi?“, so Fischer-Bolz. Das ist es dann am Ende auch geworden, aber anders als gedacht und vor allem besser.

Anstatt die Episoden der Geschichte wöchentlich abzudrucken („Dann würden wir in fünf Jahren noch lesen“), ist der Mord an einem Ratsherrn nun in gedruckter Form und zwischen zwei Buchdeckeln erschienen. Angesichts der durchaus saftigen Details einer Leichenobduktion und gleich mehrerer Liebes-Szenen sei dies auch eine gute Entscheidung gewesen. Sonst wäre dem Zeitungsleser bei der Lektüre noch das Brötchen aus der Hand gefallen.

Am Anfang standen das Verbrechen und der besagte Tote in der Lenne. Susanne Fischer-Bolz hatte die Ausgangslage beschrieben. Mehr gab es nicht. Danach tüftelten anfangs zwölf und aktuell zehn Hobby-Autoren an einer interessanten Geschichte und zogen sich für rund zwei Jahre in ihr stilles Kämmerlein zurück. Es wurde geschrieben, diskutiert, verworfen und immer wieder demokratisch abgestimmt, wie sich der mörderische Plot weiterentwickeln sollte.

 Nun ist das Buch in einer Auflage von 2000 Exemplaren erschienen, von denen bereits rund 600 verkauft worden sind. Die Vorleser: das waren am Freitag neben Ronny Sachse und Susanne Fischer-Bolz noch Bürgermeisterin Birgit Tupat, Christine Rubel, Rita Joergens und Gabriele Beil. An diesem Abend nicht mit dabei waren Axel Boshamer, Claudia Fehling, Andreas Schlennstedt und Frank Stuwe.

 Von einer 15-minütigen Pause unterbrochen wurde aus verschiedenen Kapiteln gelesen, wobei die vorgetragenen Stücke nicht von den tatsächlichen Autoren dargeboten wurden. Die Mischung der ausgewählten Stücke warf ein interessantes Licht auf ein kurioses Ensemble, das neben einer pubertierenden Tochter samt Totenkopf-Bauchnabel-Piercing noch eine Mutter zu bieten hatte, die ihre Falten mittels Hyaloron-Säure wegzuspritzen versuchte.

 Dann folgte die äußerst detailreich beschriebene Sektion des Toten, ein bestürztes Lachen aus dem Publikum und die Erkenntnis, „dass es noch viel schlimmer weitergehen wird“. Übrigens gilt dies auch für das Roman-Projekt. Im Januar kommenden Jahres wird die sargfabric den zweiten Roman angehen. Interessierte Krimi-Autoren sind noch herzlich willkommen im mörderischen Nachrodt-Wiblingwerde.

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