Nachrodter steht nach Fund einer Marihuana-Plantage vor dem Richter

Angeklagter schweigt noch

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Das Kultivieren von Marihuana hat Folgen.

Nachrodt-Wiblingwerde – Eine Marihuana-Plantage im Keller eines Hauses in Nachrodt-Wiblingwerde beschäftigt die 9. große Strafkammer des Landgerichts: Die Staatsanwaltschaft wirft dem 31-jährigen Angeklagten Handel mit einer nicht geringen Menge an Betäubungsmitteln vor.

 Da die Polizeibeamten bei einer Durchsuchung auch mehrere Gas- und Schreckschusswaffen samt Munition sowie drei Macheten sicherstellten, droht dem Angeklagten wegen bewaffneten Handels mit Betäubungsmitteln eine Haftstrafe von mindestens fünf Jahren. Die Anklage geht davon aus, dass die Waffen dazu bestimmt waren, die im Haus gelagerten Betäubungsmittel gegebenenfalls zu verteidigen.

Insgesamt 19 Hanfpflanzen fanden die Ermittler am 19. Dezember 2018 in einem Aufzuchtschrank im Keller des von dem Angeklagten bewohnten Hauses. Nach der Ernte brachten die Pflänzchen ein knappes Pfund Marihuana mit einem Wirkstoffgehalt von 2,4 Prozent auf die Waage. Die daraus errechneten 11,8 Gramm des Wirkstoffs Tetrahydrocannabinol (THC) waren knapp das Anderthalbfache des Grenzwertes zur nicht geringen Menge, der bei 7,5 Gramm THC liegt. Ohne den Ernteeinsatz der Polizei hätten diese 19 Pflänzchen voraussichtlich ein Endgewicht von 760 Gramm erreicht.

Anders war es bei einer vorangegangenen Pflanzung: Laut Anklage hatte sie 28 Hanfpflanzen umfasst, die bei einem Gesamtgewicht von 1120 Gramm und einem Wirkstoffgehalt von gut drei Prozent 36 Gramm THC abwarf. Die Polizei stellte nur noch Reste dieser Ernte sicher. Zusammen mit den frischen Pflänzchen summierte sich der Fund auf 674 Gramm Marihuana. Die Anklage geht davon aus, dass der Angeklagte den größten Teil seiner ersten Ernte verkaufte. Die Beamten stellten 510 Euro in seiner Wohnung sicher. Darüber hinaus soll der vermutete Erlös in Höhe von 2850 Euro eingezogen werden. Doch nach sechs Monaten Untersuchungshaft dürften finanzielle Fragen für den Angeklagten nicht im Vordergrund stehen.

Sein Verteidiger Christian Simonis nannte die Mindeststrafe von fünf Jahren als größtes Problem. Sollte sich der Straftatbestand des bewaffneten Handels mit Betäubungsmitteln bestätigen, so hoffe er auf eine Bewertung der Tat als minderschwerer Fall. Dann könnten die Richter auch eine Strafe verhängen, die unterhalb von fünf Jahren liegt. Die vergleichsweise eher kleinen und nicht allzu wirkstoffreichen Ernten könnten eine solche Entscheidung nahelegen. Der Angeklagte äußerte sich am ersten Verhandlungstag noch nicht zu den Vorwürfen, da Richter, Staatsanwalt und Verteidiger nach der Strafsitzung zunächst ein Rechtsgespräch führten. „Er wird sich einlassen - heute jedoch nicht“, kündigte der Verteidiger an.

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