Jugendliche wollen keine Bevormundung

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Die „Zukunftswerkstatt“ für junge Nachrodter hatte Anfang Februar nur wenige Besucher. Demnächst sollen die Jugendlichen über soziale Netzwerke angesprochen werden. ▪

NACHRODT ▪ Der Sozialausschuss sieht sich den Jugendlichen gegenüber in der Pflicht: Auf die bei der Zukunftswerkstatt geäußerten Ideen sollte die Gemeinde schnellstmöglich eingehen. Möglichst auf vielen Ebenen wollen sich die Mitarbeiter aus Rat und Verwaltung den jungen Leuten nähern, um sie bei der Umsetzung von Plänen mit ins Boot zu holen. Persönliche Ansprache und Facebook stehen weit oben auf der Liste.

Bei Bürgern im Alter von zehn bis 18 Jahren spuckt die Verwaltungsdatenbank rund 500 Treffer aus, wie Bürgermeisterin Birgit Tupat recherchierte. 13 Jugendliche und Kinder kamen zur Zukunftswerkstatt – wo war der Rest? Zu wenig berücksichtigt worden sei die Tatsache, dass viele der jungen Leute weiterführende Schulen in Altena, Hohenlimburg und Letmathe besuchen, die durch Plakate allein nicht erreicht worden seien. Claudia Fehling empfahl, bei Facebook über die Seite der Zukunftswerkstatt hinaus auch die Nachrodt-Wiblingwerder Präsenz des Social Networks einzubinden. „Da tummeln sich viele junge Leute, die sich mit der Gemeinde durchaus identifizieren.”

Ausschussvorsitzender Stefan Herbel und Fachbereichsleiter Axel Boshamer wollen den Bürgern zunächst die Umsetzbarkeit einzelner Ideen nahebringen. Erste Anmerkungen zu den Vorschlägen aus der Zukunftswerkstatt hatte die Gemeinde bereits in der Vorlage zur Sitzung eingetragen. Über utopische Wünsche braucht sich übrigens kein Kommunalpolitiker zu wundern, erklärte der Kreis-Fachbereichsleiter Matthias Sauerland am Mittwoch im Jugendzentrum: „Wir haben Zukunftswerkstatt und Jugendparlament in vielen MK-Kommunen durchgeführt. Ein McDonalds-Restaurant stand auf jeder Liste ganz oben. Aber den Kindern und Jugendlichen ist eigentlich selbst klar, dass sie so etwas nicht durchgeboxt kriegen.”

Was machbar ist, will die Gemeinde unterstützen. Birgit Tupat ist überzeugt, für organisierte Fahrten oder Events auch den ein oder anderen Sponsor ins Boot zu kriegen. Matthias Sauerland riet zur Einrichtung einer Steuergruppe, die dem Jungvolk bei der Umsetzung eigener Pläne Unterstützung anbieten könnte. Aykut Aggül, der als Jugendlicher bereits ein Folge-Treffen in der Rastatt organisiert hatte, will aber keine Bevormundung sehen: „Wir Jugendlichen melden uns bei der Gemeinde, wenn wir nicht weiterkommen. Aber wir hätten gern die Chance, selbst Dinge planen zu können”, erklärte er in der vorgezogenen Bürgersprechstunde. Aggül stellte mit dem Waffelstand für den an Leukämie erkrankten Mika Schnabel bereits das erste angestoßene Projekt vor.

Weitere Themen aus dem Sozialausschuss der Gemeinde, lesen sie in der gedruckten Ausgabe des Altenaer Kreisblatts.

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