Live aus der Grundschule

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ WDR 5, sonst eher ein Nischenprodukt, erreichte am Donnerstagnachmittag in der Doppelgemeinde eine ungewöhnlich starke Quote: Mamas und Papas, Opas und Omas, Tanten, Paten – viele Nachrodter schalteten das Radio ein, als der Kinderradiokanal (Kiraka) live aus der Nachrodter Grundschule sendete. Von Thomas Bender

Immer donnerstags fahren die Übertragungswagen des Senders vor einer Grundschule im Lande vor – „Kiraka macht Schule“ heißt es dann. 50 Viertklässler aus Nachrodt lernten im Rahmen dieser Aktion, dass „Radio“ richtig Arbeit ist. Den ganzen Tag lang bereiteten sie sich mit gut einem Dutzend WDR-Mitarbeitern auf die Sendung vor.

Eigentlich begann die Arbeit für die gestrige Livesendung sogar schon nach den Ferien. Dass der WDR kommen würde, stand länger schon fest – Schulleiter Johannes Illerhaus hatte eine Bewerbung für die Grundschule Nachrodt geschrieben. Ausschlaggebend seien dafür die guten Erfahrungen gewesen, die er an seiner vorherigen Schule in Schalksmühle mit dem Kiraka gemacht habe, sagte er am Donnerstag.

Voraussetzung für eine gelungene Sendung ist eine optimale Vorbereitung durch die Lehrer: Wie funktioniert Radio eigentlich? Was ist eine Nachricht? Darüber sprachen die Klassenlehrerinnen Katrin Klapper und Julia Edelmann in den letzten Wochen mit den beiden vierten Klassen. Dabei konnten sie sich auf Unterrichtsmaterial stützen, dass der Sender zur Verfügung gestellt hatte.

Trotzdem: Das war alles Theorie – die Nachrodter Schüler staunten nicht schlecht, als es am Donnerstag Ernst wurde und gleich zwei Ü-Wagen vor ihrer Schule vorfuhren. Mit dabei: Die Moderatoren Christian Schmitt und Joachim Hecker, die durchs Programm führen sollten. Außer ihnen stiegen mehr als zehn weitere Redakteure und Techniker aus den Autos – die Aktion konnte beginnen.

Zwei Gruppen wurden gebildet. Die eine bereitete mit Schmitt und Hecker die Experimente vor, die während der Sendung vorgestellt wurden – es ging um Speisestärke und die Frage, warum sie kalt angerührt, dann aber erwärmt werden muss. Experimentiert wurde mit allen Sinnen, so dass immer mal wieder durch den Raum gewischt werden musste.

In einem anderen Raum tagte derweil die aus Schülern bestehende Kikara-Redaktion, um sich auf den Nachrichtenblock der Sendung vorzubereiten. Das fing mit der Nachrichtenauswahl an, mit die sich die Viertklässler viel Mühe gaben – lieber den 1,03 Meter hohen Rekord-Irokesenschnitt vorstellen oder doch das ganze Guinessbuch der Rekorde? Die Schüler entschieden sich für letzteres und fügten andere und auch schwierigere Themen hinzu, zum Beispiel einen Beitrag über Kindersterblichkeit oder einen über Blutvergiftung, weil am Donnerstag Welt-Sepsis-Tag war. Nicht zu vergessen natürlich das Wetter, das ja schließlich zu einer echten Nachrichtensendung dazu gehört. Nachdem die Themen feststanden, bildeten sich Gruppen – jede bearbeitete eins der Themen, Grundlage bildeten unter anderem Texte der Nachrichtenagenturen.

Um 14 Uhr begann dann der Countdown, um Punkt 14.05 Uhr gingen die Nachrodter Schüler „auf Sendung“ – und freuten sich knapp eine Stunde später, dass alles geklappt hatte. Wer die Sendung verpasst hat, hat nichts versäumt – unter http://www.Kiraka.de kann man sie sich auch im Internet anhören.

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