Nachrodter Pläne für Discounter vor dem Aus

Bürgermeisterin Birgit Tuat würde bedauern, wenn die Ansiedlung eines Lebensmitteldiscounters scheitern würde. - Foto: Griese

NACHRODT-WIBLINGWERDE - Einen Lebensmitteldiscounter im Obstfelder Lennebogen wird es wohl doch nicht geben. Die Chancen, dass sich nach der Aldi-Schließung vor dreieinhalb Jahren dort ein anderer Supermarkt ansiedelt, sind jedenfalls stark gesunken.

Dabei hatte es zunächst so gut ausgesehen für eine Vergrößerung der Angebotsvielfalt in der Doppelgemeinde. Vor zweieinhalb Jahren schien es, als sei der Durchbruch geschafft. Der Bau- und Planungsausschuss der Gemeinde hatte eigens den Bebauungsplan geändert, der für dieses Gebiet an der Altenaer Straße für den Einzelhandel eine maximale Verkaufsfläche von 840 Quadratmetern vorsah. Durch die Änderung sollte auf Wunsch der

Investoren von DK Immobilien (Dortmund) die Errichtung eines Einzelhandelsgeschäftes mit einer Gesamtverkaufsfläche von etwa 1000 Quadratmetern inklusive Backshop und Eingangsbereich ermöglicht werden. Gleichzeitig kündigte DK-Geschäftsführer Herbert Domansky an, dass der Abschluss eines Mietvertrages mit einem Lebensmitteldiscounter für die zu errichtende Immobilie unmittelbar bevorstehe. Doch es geschah nichts. Bis Ende des Jahres 2013 solle aber auf jeden Fall eine Lösung gefunden werden, versicherte Domansky.

Eine Lösung scheinen die Investoren jetzt tatsächlich gefunden zu haben. Die sieht allerdings so aus, dass sie das Projekt nicht weiterführen möchten, obwohl das Interesse eines Discounters immer noch vorliege. Offenbar sind aber die Verhandlungen mit Nachbarn an der Altenaer Straße, die ihre Zustimmung für eine neue Zufahrt geben müssten, in eine Sackgasse geraten. Zwar sollen die Investoren zu vielen Zugeständnissen bereit gewesen sein, zu einer Einigung ist es aber dennoch nicht gekommen.

„Alternativ sind wir bereit, das Gewerbeanwesen auch an Selbstnutzer zu veräußern. Hierzu laufen aktuell auch Vermarktungsbemühungen“, erklärte Domansky am Mittwoch. Mit anderen Worten: DK Immobilien möchte den gesamten Komplex mit mehr als 8000 Quadratmetern Gewerbegrund, zwei Lager- und Produktionshallen mit gut 1300 Quadratmetern Grundfläche und einem zweigeschossigen Wohn- und Geschäftshaus mit rund 1000 Quadratmetern Fläche gerne loswerden, um sich anderen Projekten zuwenden zu können, die mehr Erfolg versprechen. Im Internet wird der ganze Komplex für 470.000 Euro angeboten.

Bürgermeisterin Birgit Tupat bedauert die Entwicklung am Obstfelder Lennebogen. „Wir haben dort ja eigens Flächen für den Einzelhandel ausgewiesen, weil natürlich Interesse an einer guten Nahversorgung besteht. Der Aldi-Markt fehlt uns schon“, sagte sie. Allerdings könne sie auch verstehen, dass die Investoren, die das Grundstück vor sieben Jahren erworben haben, nun allmählich die Geduld verlieren. Viel Hoffnung, dass es noch zu einer Wendung kommt, hat die Bürgermeisterin nicht. Auch bei DK Immobilien geht man „bis zum Frühjahr nicht von einer neuen Entwicklung aus“, verlauterte es am Mittwoch aus Dortmund. - Volker Griese

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