Nachrodter legt ein spätes Geständnis ab

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Ein 48-jähriger Mann aus Nachrodt soll, so die Anklage, 12,7 Gramm Haschisch und rund zwei Gramm Marihuana bei sich zuhause in einem Schränkchen und in einer Jacke versteckt gehabt haben. Die Polizei hatte nach einem Hinweis die Drogen bei einer Durchsuchung seiner Wohnung gefunden.

Vom Amtsgericht Altena war der Mann im Juni freigesprochen worden, musste sich jedoch am Montag im Rahmen einer Berufungsverhandlung am Landgericht in Hagen erneut diesem Vorwurf stellen. Dass die in seiner Wohnung gefundenen Drogen ihm gehörten, hatte während der Verhandlung am Amtsgericht im Juni nicht bestätigt werden können, da ein 49-jähriger Kumpel den Mann im Zeugenstand überraschend entlastet und die volle Schuld auf sich genommen hatte. „Ich kann nur sagen, dass das mein Rauschgift war“, hatte der Bekannte damals vor Gericht ausgesagt. Er habe zeitweise ebenfalls in der Wohnung geschlafen, als er durch eine schwere Situation in seiner Familie nicht habe allein sein können. Während seiner Aussage hatte sich dieser Entlastungszeuge jedoch eher ungeschickt und widersprüchlich geäußert und die Staatsanwaltschaft somit nicht vollends mit seiner Version überzeugen können. Sie legte Berufung gegen die Entscheidung des Amtsgerichts ein und strengte gegen den 49-jährigen Bekannten wegen des Vorwurfs des Drogenbesitzes – oder alternativ wegen einer Falschaussage und versuchter Strafvereitelung – ein Ermittlungsverfahren an.

Gleich zu Beginn der Berufungsverhandlung gegen den 48-jährigen Mann aus Nachrodt ließ dieser durch seinen Anwalt Andreas Trode die Bombe platzen, dass „der Anklagevorwurf richtig“ sei. Sein Bekannter habe in Altena für ihn gelogen, räumte er ein. Auf seinen Freund wartet jetzt also ein Verfahren wegen der falschen Angaben im Zeugenstand. Das Verfahren gegen den 48-Jährigen dagegen wurde am Montag vorläufig eingestellt. Zum Zeitpunkt der Hausdurchsuchung hatte der einschlägig vorbestrafte Mann bereits unter Bewährung aus einem weiteren Verfahren gestanden. Diese Bewährung könnte jetzt widerrufen werden. Dann würde der Mann aus Nachrodt ohnehin für ein Jahr hinter Gitter kommen. ▪ GrAn

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