Nachrodter Könige und die wahren Geschenke

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Im Krippenspiel bei der Evangelischen Kirchengemeinde Nachrodt-Obstfeld standen die Heiligen Drei Könige im Mittelpunkt des Geschehens. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Rund 300 Anwesende haben an Heiligabend in der Evangelischen Kirche Nachrodt-Obstfeld ein Krippenspiel der etwas anderen Art erlebt. Es erzählte nämlich nicht die allseits bekannte Weihnachtsgeschichte, sondern vielmehr die Begebenheiten um die drei Weisen aus dem Morgenland.

Insbesondere deren Geschenke, die dem Kind in der Krippe dargebracht werden sollten, standen im Fokus des kurzen Spieles, das Konfirmanden und Katechumenen der Gemeinde aufführten. Die Geschichte handelte von den Heiligen Drei Königen, wie sie sich auf den Weg nach Bethlehem machten, getrennt voneinander und jeder mit einem Geschenk für das neugeborene Kind im Gepäck. So wollte einer der Könige seine Zeit verschenken, die das Kind nutzen könne, um der Menschheit den Glauben zu bringen. Ein zweiter wollte Frieden überbringen, der sich auf der gesamten Welt verbreiten sollte. Der dritte wiederum hatte die Fröhlichkeit im Gepäck, die alle Menschen einen sollte. Doch jeder der drei Könige wurde von einem in der Gegenwart lebenden Menschen überzeugt, dass er die falschen Geschenke im Gepäck habe. So könne man Zeit nicht verschenken, dieses Gut gebe es nicht mehr. Auch den Frieden suche man auf der Erde vergebens, denn er sei nirgendwo – nicht einmal in der eigenen Familie – zu finden. Und hätten die Menschen keine Zeit mehr füreinander und seien auch nicht in der Lage, für Frieden zu sorgen, so könne von Fröhlichkeit erst recht keine Rede sein.

Die Weisen ließen sich überzeugen und kehrten zunächst in ihr Land zurück. Dort besorgten sie dann die Geschenke, die aus der Weihnachtsgeschichte bekannt sind: Weihrauch, Gold und Myrrhe. Ob sich das Kind über die wertvollen Geschenke mehr gefreut hat als über die ursprünglich angedachten Gaben, ließ die Geschichte offen. Man merkte den Anwesenden an, dass sie dieses doch recht außergewöhnliche Krippenspiel nachdenklich gemacht hatte. Und das war wohl auch Sinn des Spieles.

Die Aufführung war eine großartige Leistung der jungen Darsteller. Sie vermochten die Anwesenden mit ihrem eindringlichen Vortrag sehr zu beeindrucken. Ergänzt wurde das Krippenspiel durch die Predigt von Pfarrer Wolfgang Kube. Sie bezog sich auf die Schilderung aus dem Buch Jesaja. „Der Menschheit fehlte und fehlt es an Orientierung“, so Kube. Deshalb habe Gott seinen Sohn in die Welt gesandt, um den Menschen den richtigen Weg zu weisen. ▪ hb

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