Auch auf dem Land gibt es Drogenmissbrauch:

Nachrodter Jugendliche freuen sich auf Suchtcamp

+
Ein Süchtiger setzt sich einen Schuss - trauriges Symbolbild zum Thema Drogenmissbrauch.

Nachrodt-Wiblingwerde - Eine gute Stunde nahm sich Stefan Tretel Zeit, die Arbeit der Anonymen Drogenberatung e.V., kurz Drobs, Iserlohn, vorzustellen. Dabei ging der Geschäftsführer, den die Kollegin Marleen Emmerich begleitete, auf viele Fragen zu „legalen“ und „illegalen“ Drogen ein. Der Mann sprach Dienstag, 14. März, vor dem Sozial- und Kulturausschuss der Gemeinde, der im ehemaligen Kindergarten an der Hagener Straße 96 zusammentrat.

Von „Was ist Abhängigkeit?“ über das Aufklären der Gefahren und Folgen des Konsums legaler Drogen (Alkohol, Tabak) bis zum Konsum harter, illegaler Rauschmittel (Morphine, Canabis, Amphetamine, Kokain) gingen seine Ausführungen. Tertel beleuchtete zunächst die Grundbedürfnisse eines jeden Menschen und stellte den Begriff Dopaminhaushalt (Glückshormonausschüttung) vor. Vom Preis der Abhängigkeit, vom angeblichen persönlichen Kick oder der Feststellung, Sucht habe immer eine Geschichte, spannte er den Bogen zur Vorstellung der Suchthilfenarbeit im Kreis. Nachrodt-Wiblingwerde ist als Gemeinde ohne eigenes Jugendamt der Drobs über den Kreis angeschlossen. Für die Beratung Suchtkranker vor Ort ist Marleen Emmerich zuständig.

Dienstsitz in Werdohl

Die junge Frau hat ihren Dienstsitz in Werdohl. Tertel nannte im Verlaufe seiner Ausführungen zahlreiche kreisweite Beratungstellen, Entgiftungskliniken, Fachleute, Beratungsangebote oder Bezugspersonen. Besonders am Herzen lagen Tretel und Kollegin die Präventions-Angebote der Drobs und angeschlossenen Partner für Kindergärten und Schulen. So wünschte sich der Geschäftsführer auch Nachfragen aus Nachrodt in Sachen Aufnahme in das Papilio-Programm für Kindergärten (Stärkung der „kleinen Persönlichkeiten“) oder Klasse 2000 (gezielte Gesundheitsförderung und Sensibilisierung für Suchtverhalten) für die örtliche Grundschule. Stolz konnte er ankündigen, dass im laufenden Jahr in Nachrodt ein Suchtcamp stattfindet.

Susanne Jacoby (SPD) holte die Drobs-Vertreter in den Sozialausschuss.

 „Keine Sorge, da wird niemand süchtig gemacht“, sagte er eher humorig. Diese Art von Ferienfreizeit sei vielmehr darauf angelegt, Kindern und Jugendliche aufzuzeigen, was Sucht sei und was man dageben tun könne. Ausdrücklich dazu zählt auch das gemeinsame Verbringen einer Woche ohne das stets präsente Handy oder Mobiltelefon. Ein 1. Suchtcamp fand 2016 mit großer Resonanz in Kierspe statt. Harte Zahlen, Daten und  Fakten zum Drogenmissbrauch in Nachrodt-Wiblingwerde konnte der Drobs-Chef nicht nennen. Zum einen unterliege alles der Verschwiegenheit, zum anderen gebe es nur kreisweite Zahlen. Seinen Ausführungen schloss sich eine lebhafte Diskussion und Fragezeit an.

Hans-Jürgen Hohage (UWG): „Gibt es Unterschiede zwischen dem ländlichem Raum und großstädtischen Ballungsräumen?“

Hans-Jürgen Hohage (UWG) wünschte sich Aufklärung darüber, ob der ländliche Raum und Städte, also Ballungsräume, gänzlich andere Probleme hätten. Ronny Sachse (SPD), fragte nach Präventionen in Sachen Spielsucht.

Dazu gibt es auf Vermittlung der Caritas Altena im Herbst eine Fachtagung „Spielsucht“.

UWG-Vertreter Hohage hakt nach

 Dort werden dann auch Hilfsmöglichkeiten vorgestellt. Fazit: Die auf Initiative von Ausschuss-Vorsitzender Susanne Jakoby (SPD) zustande gekommene Fachausschuss-Information brachte viel Neues an den Tag und den ausdrücklichen Wunsch der Drobs: „Sprechen Sie uns an. Wir können eine Menge tun. In Kindergärten, Schulen, Jugendzentrum oder bei der Gefährdung des Kindeswohls.“ www.drobs-mk.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare