Unfallflucht mit Restalkohol: Dann folgt überraschendes Geständnis

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Der Nachrodter stand auch wegen Fahrerflucht vor Gericht.

Nachrodt-Wiblingwerde – 1,44 Promille Restalkohol hatte der Nachrodter nach einer Junggesellenparty. Dann baute er einen Unfall und floh. Doch dann gesteht er.

Verantwortungsbewusst ließ ein Autofahrer aus Nachrodt sein Fahrzeug am 3. Juli 2019 nach einer feucht-fröhlichen Junggesellenfeier an den Walzwerken Einsal stehen und ging zu Fuß nach Hause. 

„Am nächsten Tag ging er zu Fuß wieder zu den Walzwerken, um das Auto abzuholen“, erzählte Verteidiger Ralf Lengelsen im Amtsgericht Altena. „Er fühlte sich fit nach dem Aufwachen.“ 

Die persönliche Befindlichkeit entsprach überhaupt nicht dem immer noch erheblichen Stand an Restalkohol im Blut: mindestens 1,44 Promille. 

12 000 Euro Sachschaden 

Auf der Altenaer Straße verursachte der 48-Jährige prompt einen Unfall, bei dem die Fahrerin des anderen Autos verletzt wurde und ein Schaden von mehr als 12 000 Euro entstand. Nun entfernte sich der immer noch erheblich alkoholisierte Umfallfahrer auch noch unerlaubt vom Unfallort.

So kam im Amtsgericht Altena einiges zusammen: eine Trunkenheitsfahrt, fahrlässige Körperverletzung und eine Unfallflucht. Die Polizei hatte den Halter ermittelt, den Führerschein sichergestellt und eine Blutprobe entnehmen lassen. 

Die Beamten hatten aber zunächst nicht gerichtsfest feststellen können, wer am Steuer des Autos gesessen hatte. Als der 48-Jährige später zur Polizei ging, um seinen Führerschein abzuholen, kam er jedoch ins Plaudern: „Nachdem die Sache vorbei war, hat er gesagt, dass er doch gefahren ist“, staunte Verteidiger Ralf Lengelsen über die erstaunliche Ehrlichkeit seines Mandanten.

Nach Hause gekrabbelt? 

Das überraschende Geständnis sorgte dafür, dass die Polizei den Führerschein nicht zurückgab. Als Ergebnis des Prozesses im Amtsgericht kamen zu den bisher zehn Monaten weitere drei Monate als Mindestdauer für eine Fahrerlaubnis-Sperre hinzu. A

Außerdem muss der Nachrodter eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 25 Euro bezahlen. Richter Dirk Reckschmidt fragte sich, wie der 48-Jährige nach der Feier bei den Walzwerken nach Hause gekommen war: „Gekrabbelt?“ 

Denn noch rund zwölf Stunden nach der Heimkehr hatte die Blutprobe einen Alkoholgehalt von 1,69 Promille ergeben. Ein Bier wollte der Angeklagte auf den Schreck nach dem Unfall getrunken haben, so kam es zu den letztlich festgestellten 1,44 Promille. 

Für den bisher nicht vorbestraften 48-Jährigen zählte nach dem Strafverfahren vor allem die Perspektive, irgendwann wieder mit dem Auto zu seinem Arbeitsplatz in Hagen fahren zu können.

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