Lennebrücke der Walzwerke für zwei Wochen gesperrt

Der Mannschaftstransportwagen der Jugendfeuerwehr wurde für mögliche Einsätze auf der anderen Lenneseite umfangreich ausgestattet, unter anderem mit einer Rettungsrutsche.   Foto: Bröer

NACHRODT-WIBLINGWERDE - Das Waldgebiet auf dem Roland wird in den nächsten zwei Wochen von der Bundesstraße 236 aus nicht erreichbar sein. Die Freiwillige Feuerwehr hat deshalb jetzt Vorkehrungen getroffen, um dort im Falle eines Brandes oder eines anderen Zwischenfalls trotzdem schnell vor Ort sein zu können.

Hintergrund ist die Tatsache, dass die Brücke, die die links- und rechtsseitig der Lenne gelegenen Produktionsstätten der Einsaler Walzwerke verbindet, renoviert werden muss. Für einen Zeitraum von zwei Wochen ist sie definitiv nicht befahrbar. Für die Feuerwehr und den Rettungsdienst ist das ein absoluter Alptraum: Was tun, wenn sich jenseits der Lenne ein Notfall ereignet? Dabei ist zudem zu bedenken, dass ein Notfall ja nicht nur die Einsaler Walzwerke treffen kann. Auf dem Roland, rund einen Kilometer waldeinwärts, wohnt eine Familie. Noch ein Stück weiter befindet sich ein ebenfalls bewohnter Hof, und auch ein Wochenendhaus steht in diesem Bereich.

Die Feuerwehr hat deswegen einige Konzepte erstellt, die dann jedoch unter Berücksichtigung der Tatsache, dass man nur über die Brücke zur anderen Lenneseite gelangt, scheiterten. Doch dann konnte das Problem auf ebenso einfache wie effektive Art gelöst werden. Am vergangenen Samstag, als die Brücke noch befahrbar war, stationierte die Freiwillige Feuerwehr ein Löschfahrzeug und einen Mannschaftstransportwagen auf dem Gelände der Einsaler Walzwerke. Um das Löschfahrzeug nicht dem eigenen Fuhrpark entnehmen zu müssen, wurde ein Fahrzeug der Feuerwehr aus Selm angemietet. Den Mannschaftstransportwagen nutzt normalerweise die Jugendfeuerwehr, deshalb wird er im Falle einer Alarmierung nicht eingesetzt.

Das Löschfahrzeug der Wehr in Selm ist zwar älteren Baujahrs, technisch aber einwandfrei. Davon überzeugten sich Gemeindebrandinspektor Michael Kling und der Nachrodter Löschzugführer Jens Klatt. „Die Regelung der Löschwasserzufuhr muss zwar noch von Hand erfolgen. Das ist etwas gewöhnungsbedüftig“, stellten sie fest. Doch zahlreiche Maschinisten, von denen einer im Notfall die Pumpe bedient, waren nach einer nur wenige Minuten andauernden Unterweisung in der Lage, das Gerät schnell, sicher und zuverlässig zu bedienen. Das Fahrzeug verfügt über einen Tank für rund 800 Liter Löschwasser. Das hört sich nicht wirklich viel an, „reicht aber locker für einen größeren Zimmerbrand. Und im Hausflur darf es dann auch schon züngeln“, sagte Kling. Für einen größeren Brand auf dem Roland oder auch auf dem noch dahinter gelegenen Hof müsste dann Wasser aus der Lenne entnommen werden. „Das ist auch nicht unbedingt ein Problem. Denn die Schläuche, die wir hier deponieren, reichen locker von den Walzwerken bis zum Gehöft und zurück“.

Nun muss nicht unbedingt ein Feuer ausbrechen. Auch ein medizinischer Notfall könnte sich ereignen. Auch darauf ist die Wehr bestens vorbereitet. Denn der Mannschaftstransporter wurde entsprechend ausgestattet. Darin befinden sich nämlich nicht nur Schläuche, sondern eine vollständige Rettungsausrüstung. Dazu gehört sogar eine Spezialtrage, die bei allen Arten von Verletzungen eingesetzt werden kann. Würde also ein Notarzt benötigt, könnte dieser mit dem Fahrzeug der Feuerwehr in Altena bis zur Brücke der Walzwerke gebracht werden, müsste die kurze Distanz bis zum anderen Lenneufer zu Fuß zurücklegen und würde direkt am Brückenkopf von dem dort wartenden Mannschaftstransporter aufgenommen.

Die Produktionsstätten der Walzwerke können natürlich ebenfalls auf diese Art erreicht werden. Zudem besteht hierzu auch noch die Möglichkeit, von der linken Lenneseite aus zuzugreifen. Hinzu kommt noch, dass die Nachrodter Wehr auch noch Unterstützung aus der Luft erhält. Denn zeitgleich mit deren Alarmierung startet auch ein Rettungshubschrauber, um mögliche Verletzte bergen zu können.

Die Renovierung der Brücke wird zwei Wochen dauern. Die Mitarbeiter der Walzwerke wie auch die Bewohner des Rolands und des dahinter liegenden Gehöftes sind schon jetzt unter der Kontrolle der Freiwillige Feuerwehr. Was auch immer in den nächsten zwei Wochen in Finkingsen geschehen wird – Feuerwehr, Rettungsdienst und sogar ein Rettungshubschrauber stehen sozusagen „in den Startlöchern“ und werden innerhalb weniger Minuten direkt vor Ort sein können. - Hartwig Bröer

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