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Heizungen kurz vor dem Kollaps - Politik sucht Lösungen

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Hagener Straße
Im Haus Hagener Straße 7 droht der Kollaps der Heizungsanlage. Dort sind Bücherei und Jugendzentrum untergebracht. © Volker Griese

Es zieht an allen Ecken und Enden. Die Dämmung ist so schlecht, dass man das Gebäude, in dem Jugendzentrum und Bücherei untergebracht sind, nicht wirklich warm bekommt. Und jetzt gibt auch noch die Heizung langsam aber sicher „den Geist auf“. Der Schornsteinfeger hat Alarm geschlagen. Was tun?

Nachrodt-Wiblingwerde – Die Sitzung des Planungs-, Bau- und Umweltausschusses wurde am Montagabend sogar für interne Diskussionen der Fraktionen unterbrochen. In diesen Tagen, in denen sich alles um Energie dreht, ist die Frage, auf welches Heizsystem langfristig sinnvoll umgestellt werden soll, kaum zu beantworten.

Und, ganz entscheidend: Will man das Haus an der Hagener Straße 7 überhaupt behalten, oder eventuell verkaufen, wenn die Büchereileiterin in den Ruhestand geht und „gar nicht klar ist, wie es dann weitergeht“, so Christian Pohlmann (SPD). Er erinnerte auch an die vor zwei Jahren errechneten 600 000 Euro, um das Gebäude zu sanieren. Will man das überhaupt noch?

Die Angelegenheit eilt

Doch Handlungsbedarf besteht jetzt, wie Markus Höck den Ausschussmitgliedern erläuterte. Man könne die Entscheidung nicht vertagen. Sein Planungs- und Sachverständigenbüro wurde mit einem Beheizungskonzept beauftragt. Zudem – und da waren sich später alle einig – könne man das Haus besser mit einem funktionierenden Heizsystem verkaufen als ohne.

Das Gebäude wird von einem veralteten Niedertemperatur-Gaskessel beheizt. In der Debatte waren nun der Austausch gegen einen neuen Gas-Brennwert-Wärmeerzeuger, der etwa 39000 Euro kosten würde, der Austausch gegen eine Gas-Hybridheizung (Gas-Brennwertkessel und Wärmepumpe) für 76000 Euro, die förderfähig wäre, oder der Austausch gegen einen Holzpelletkessel für 84000 Euro.

Verschiedene Systeme zur Auswahl

Aufgrund der exorbitant steigenden Gaspreise ist der einfachste Weg, der Austausch des Kessels, „etwas verpönt“, so Markus Höck. Das Hybridsystem, für das sich nach langem Hin- und Her der Ausschuss einstimmig entschied und dies dem Rat nun empfiehlt, ist aufgeteilt in einem Spitzenlasterzeuger als Gasbrennwertgerät und einer Wärmepumpe. Pellet wurde „abgewählt“, „da dies gerade etwas in Verruf gerät wegen der Feinstaubbelastung“, so Markus Höck.

Selbst er als Fachmann sagt, dass es schwer einzuschätzen sei, welches Heizsystem das Beste für die Zukunft ist. Und auch der fraktionslose Ratsherr Matthias Lohmann sprach von „Kaffeesatzleserei“.

Doch bei allem, was er an Visionen höre, würde es sich Richtung Strom bewegen, „aber nicht Strom, der über Hochspannungsleitungen komme, sondern der möglichst vor Ort erzeugt wird.“ Die Möglichkeit, auf dem Bücherei/Jugendzentrums-Gebäude Photovoltaik zu installieren und wirtschaftlich zu betreiben, wurde zwar noch nicht überprüft, aber Markus Höck sagt: „Aufgrund der vielen Bäume wird da nicht viel zu holen sein.“

Dass man gerade diese geplanten Untersuchungen abwarten und nicht gerade zum jetzigen Zeitpunkt, „wo die ganze Welt über Gas spricht“, eine Entscheidung treffen sollte, regte Sebastian Brinker (CDU) an. „Doch der Kessel könnte im Winter versagen“, drückte Markus Höck aufs Tempo.

An der Sekundarschule ist ein Kessel schon kaputt

Noch dringlicher ist das Problem übrigens an der Sekundarschule, das zweite Heiz-Thema im Bauausschuss. „Da ist ein Kessel schon kaputt“. Die Wärmeerzeugung erfolgt nur noch über einen den älteren Niedertemperaturkessel, da der neuere Heizkessel beschädigt ist und bereits für einen enormen Wasserverlust im Heizsystem verantwortlich war. Einen Totalausfall während der Schulzeit möchte niemand riskieren.

Und so hatten die Bauausschussmitglieder dieselbe Ausgangslage wie beim Bücherei-Gebäude, allerdings ist das Schulgebäude energetisch ertüchtigt. Man einigte sich auch hier auf eine Gas-Hybridheizung, die mit Förderung 162 220 Euro kostet. Zudem wartet die Verwaltung noch auf die Aussage des Dachdeckers zum Thema Photovoltaik. „Es steht noch die Frage der Gewährleistung im Raum“, so Natascha Handschak, Nachfolgerin von Bauamtsleiter Dirk Röding.

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