Schweine auch am Friedhofsweg / Große Jagd für Oktober geplant

Äpfel, Komposthaufen: Wildschweine-Leckerchen

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In der Nacht von Freitag auf Samstag machten sich Wildschweine auch über Gärten am Friedhofsweg her. Auf den Schäden bleiben die Besitzer sitzen.

Nachrodt-Wiblingwerde - Sie kommen immer näher. Zumindest empfinden das viele Nachrodt-Wiblingwerder so. „Das ist doch ein Wohngebiet. Ich habe nicht damit gerechnet, dass Wildschweine in meinen Garten kommen“, sagt Gerhard Hildebrand.

„Gucken Sie mal Ihre Wiese an“, hatte eine Nachbarin im Friedhofsweg gerufen. Die „Schweinchen“ hatten ganze Arbeit geleistet. Übrig blieb ein Acker. 

Freitag Nacht, Samstag morgen: Eine ganze Rotte zieht durch Einsal. Tina Bleiweiß stellt ein Video auf Facebook. Man sieht mindestes zwölf Tiere über die Weide rennen. Auch Frischlinge sind dabei. 

Es ist nicht unwahrscheinlich, dass es die Tiere sind, die auch den Friedhofsweg besuchen. In den Gärten der Häuser 26 und 28 werden Gerhard Hildebrand und Hannelore Bange auf den Schäden „sitzen bleiben“. Ob der Apfel- und der Pflaumenbaum die Tiere angelockt haben? „Aber da ist ja kaum etwas drauf“, sagt Gerhard Hildebrand. 

Frischlinge schießen ist einziges Mittel

„Frischlinge schießen, Frischlinge schießen, Frischlinge schießen“. Das ist nach Ansicht von Berufsjäger Heiko Cordt das einzige Mittel, die Wildschwein-Population in den Griff zu bekommen. Das hat er schon vor einem Jahr gesagt, das sagt er auch heute. 

Und meint zudem: „Wildschweine sind sehr intelligente Tiere.“ Und zu dieser Zeit, wenn die Äpfel fallen, und manch einer noch einen Komposthaufen im Garten habe, sei das schlicht ein Leckerchen. 

Angst sei aber völlig fehl am Platz. In diesem Jahr sei schon sehr viel Wild gestreckt worden. Und für Anfang Oktober, so sagt Heiko Cordt, ist eine sehr große revierübergreifende Jagd geplant. „Die genauen Jagdflächen sind noch nicht bekannt“, so Ordnungsamtsleiter Putz. 

Er, Heiko Cordt und auch Forstinspektor Christof Schäfer bitten die Bevölkerung, auf keinen Fall die Wildschweine zu füttern. Auch das ist offensichtlich in der Vergangenheit nicht nur einmal vorgekommen. 

Forstinspektor Schäfer empfiehlt den Bürgern, einen massiven Stabgitterzaun um ihre Grundstücke zu ziehen. Dieser sollte auch mindestens 30 Zentimeter in den Boden gegraben werden, um den Wildschweinen den Zugang zu verwehren.

Einige Bürger haben kein Verständnis für Jagd 

In Wohngebieten könne natürlich nicht geschossen werden. Und auch sonst würden einige Bürger kein Verständnis für die Jagd aufbringen: „Im vergangenen Jahr wurde auf einer Wiese an der Schmalsgotte geschossen. Da haben sich die Anwohner beschwert und die Polizei gerufen.“

 Auch Jäger Heiko Cordt erzählt von diesem Vorfall. Er sagt auch: „Alle wollen in der Natur leben. Aber wenn die Natur kommt, ist es auch nicht recht.“ Christof Schäfer ist guter Hoffnung, dass der Wildschwein-Bestand reduziert werden kann. „Ich denke, dass wir im Herbst gut drankommen.“

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