Nachrodt-Wiblingwerdes Straßen in neuem Licht

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Moderne LED-Leuchten wie diese könnten bald auch das Straßenbild in der Doppelgemeinde bestimmen. Der Planungs- und Bauausschuss wird sich am Dienstag mit dem Thema befassen. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Geht es nach der Gemeindeverwaltung, wird sich das Straßenbild in der Doppelgemeinde bald verändern: Der Planungs- und Bauausschuss wird sich in der nächsten Woche mit dem Vorschlag befassen, die Straßenbeleuchtung auf LED-Technologie umzurüsten.

Etwa 880 Laternen stehen in der Doppelgemeinde am Straßenrand und sorgen bei Dunkelheit für bessere Sicht. 138 Straßenlaternen sind noch mit Quecksilberdampf-Hochdruck-Lampen mit einer Leistung zwischen 50 und 150 Watt ausgestattet. Diese Lampen mit einem besonders hohen Energieverbrauch und einem hohen Anteil an umweltschädlicher UV-Strahlung dürfen gemäß einer EU-Verordnung von 2009 ab dem Jahr 2015 nicht mehr hergestellt werden. Sie sollen nun in Nachrodt-Wiblingwerde kurzfristig durch andere Leuchtmittel ersetzt werden.

Als Alternative bieten sich nach Darstellung von Fachbereichsleiter Jürgen Röll, der sich in der Gemeindeverwaltung mit dem Thema auseinandergesetzt hat, insbesondere LED-Leuchtkörper an, die eine erhebliche Energieeinsparung bei längerer Lebensdauer gegenüber herkömmlichen Leuchtmitteln erwarten lassen. Allerdings müssen bei einer Umrüstung auf LED-Technologie auch die vorhandenen Leuchtengehäuse ausgetauscht werden. Insgesamt würden Kosten in Höhe von etwa 133 000 Euro entstehen, hat Röll kalkuliert. Im günstigsten Fall könnte sich die Investition aber schon nach fünf Jahren amortisiert haben.

Finanzieren könnte die Gemeinde die Energiesparmaßnahme durch ein sehr zinsgünstiges Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Auch das Bundesumweltministerium beteiligt sich im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative unter bestimmten Voraussetzungen mit einem 25-prozentigen Zuschuss an diesen Kosten. Unter anderem muss durch den Lampenaustausch der CO2-Ausstoß um mindestens 60 Prozent vermindert werden. Das soll auch dadurch erreicht werden, dass die neue Straßenbeleuchtung in Zukunft zwischen 23 und 5 Uhr auf 50 Prozent der Lichtstärke reduziert wird. Außerdem musste der Zuschussantrag bis zum 31. März eingereicht werden. Röll hat den Zuschuss deshalb beantragt, bevor sich die Politik überhaupt mit dem Thema befasst hat. Der Planungs- und Bauausschuss wird das in seiner Sitzung am Dienstag, 17. April, ab 17 Uhr in der Rastatt nachholen. Und weil sich die Gemeinde im Nothaushalt befindet, müsste auch die Aufsichtsbehörde mit der Investition einverstanden sein. Hier sieht Röll aber keine Probleme.

Die übrigen knapp 750 Straßenlaternen sollen übrigens nur im ersten Schritt nicht umgerüstet werden. Weil sie mit Neon-Leuchtmitteln ausgestattet sind, ist die Energieersparnis nicht so groß, dass es für eine Umrüstung auf LEDs Zuschüsse geben würde. Über kurz oder lang, so Röll, sollen aber noch weitere Laternen die energieeffizienteren LED-Leuchtmittel erhalten. „Darüber wäre dann 2013 neu nachzudenken“, so Röll. ▪ vg

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