Nachrodt-Wiblingwerder Kulturverein gegründet

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Fatih Cevikollu ist der erste Top-Act, den die Initiatoren engagieren konnten. -

NACHRODT-WIBLINGWERDE - Was fällt einem spontan ein, wenn man über Kultur in der Gemeinde spricht? Vielleicht das Brettken, ein paar Konzerte der heimischen Chöre und ab und zu mal ein kleineres anderes Konzert. Aber Comedy, große Lesungen, Konzerte überregional bekannter Künstler? – wohl eher nicht. Dies soll sich nun ändern: Bereits im November wird Fatih Çevikkollu, vielen bekannt als der Murat aus „Alles Atze“, in der Nachrodter Lennehalle auftreten, fest gebucht ist auch Hennes Bender. Er wird 2011 nach Nachrodt kommen. Zu verdanken ist das dem neu gegründeten Kulturverein der Gemeinde. Am Dienstagabend fand in der Pizzeria Mama Mia die Gründungsversammlung statt.

Entstanden sei die Idee des Kulturvereins aus den Reihen der SPD. „Wir haben jedes Jahr das Frauen-Kabarett in der Rastatt, da haben wir uns gedacht, wir können doch auch mal was für alle machen“, erklärte Ronny Sachse, der bei den Sozialdemokraten aktiv ist. Gesagt, getan, Agenturen wurden angerufen und erste Planungen aufgestellt. „Wir haben uns gedacht, wenn wir schon 160 Frauen in die Rastatt bekommen, dann doch wohl auch 400 in die Lennehalle.“ Doch dann das: „Wir als Partei dürfen die Lennehalle nicht mieten und auch viele Künstler tun sich schwer mit dem Gedanken für eine Partei aufzutreten, dabei ging es uns weniger um politische Interessen, sondern eher um kulturelle.“ Schnell war klar, dass ein Kulturverein helfen könnte.

Am Dienstagabend kamen die Initiatoren und weitere Interessierte zur Gründungsversammlung zusammen. Einigkeit herrschte darüber, dass es eine gute Sache ist und es nicht viel zu verlieren gibt. „Wir probieren es, die Veranstaltung ist so kalkuliert, dass sie sich ab 300 Besuchern trägt. Und wenn es nicht klappt, wissen wir, dass es keine gute Idee war und hören wieder auf. Ich glaube fest an einen Erfolg“, prophezeite Sachse. Ein Künstler wie Fatih Çevikkollu sei ein Publikumsmagnet. Der Gewinner des deutschen Fernseh- und Comedypreises locke auch Besucher aus der Region an. „Ich weiß nicht, ob die Nachrodter dem so offen gegenüber stehen, unsere Besucherzahlen sind rückläufig. Wir müssen schon sehr viel unternehmen, um nicht vor leeren Rängen zu spielen“, gab Michael Podworny, von der Theatergruppe Brettken am drögen Pütt, zu bedenken. Die meisten sahen darin eher weniger Probleme. „Ich denke, die Veranstaltung ist gut geplant und wir werden keinen Verlust machen. Die Nachfrage, gerade nach Comedy ist da“, erklärte Susanne Jacoby. Trotz einiger Bedenken war schnell klar, der Verein wird gegründet. Im Nu waren die nötigen acht Gründungsmitglieder gefunden und auch die Vorstandswahlen gingen problemlos über die Bühne. Der Vorstand setzt sich wie folgt zusammen: Ronny Sachse (1. Vorsitzender), Jan Schröder (2. Vorsitzender), Birgit Hirt (Kassiererin), Heidemarie Bellmann (stellvertretende Kassiererin), Susanne Jacoby (Schriftführerin), Andreas Schlennstedt, Lotte Glasow und Ilse Alexius (Beisitzer).

Natürlich beschränkte sich das Angebot des Vereins nicht ausschließlich auf Comedy. „Wir werden eine Großveranstaltung pro Jahr auf die Beine stellen, was das ist, ist völlig offen“, so Sachse. Er könne sich auch Lesungen, Ausstellungen und Konzerte vorstellen. „Wir können auch kleinere Veranstaltungen durchführen und lokalen Künstlern eine Plattform bieten“, erklärt er weiter. So gäbe es beispielsweise einige gute Bands in der Gemeinde. Er sieht auch die Möglichkeit ausgefalleneres zu organisieren: „Wenn die Großveranstaltungen so gut laufen, dass wir uns Rücklagen schaffen können, dann können wir auch Veranstaltungen ins Programm nehmen, die möglicherweise keine Gewinne bringen, aber trotzdem toll für die Gemeinde sind.“

Betont wurde auch, dass in diesem Verein alle Interessierten willkommen sind. Am 3. August um 19 Uhr treffen sich die Mitglieder abermals in der Pizzeria Mama Mia. Dann soll noch einmal über die Veranstaltungen gesprochen werden. „Außerdem haben wir noch keinen Namen für unseren Kulturverein“, berichtete Sachse. Auch dann sind Interessierte und vor allem Kulturbegeisterte eingeladen, sich an dem Treffen und den Planungsarbeiten zu beteiligen. Der große Vorteil für die Mitglieder: Bisher wird von den Mitgliedern kein Beitrag erhoben. Bereits jetzt fiebern die Gründungsmitglieder, sowie die Gäste des Abends dem 18. November entgegen. Schon bald wird es die ersten Karten für Fatih Çevikkollus Soloprogramm „Komm zu Fatih“ im Vorverkauf geben. - Lydia Machelett

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