19-Jähriger schrammt mit Glück an Haftstrafe vorbei

Nachrodt-Wiblingwerde - Großes Glück hatte ein 19-Jähriger aus Nachrodt-Wiblingwerde jetzt im Amtsgericht Altena. Viel fehlte nicht, dann hätte ihm das Gericht diesmal einen Haftstrafe aufgebrummt.

Ohne Führerschein war er am 10. November 2013 mit dem Auto eines Bekannten bis Menden gekommen. Weil er – wie Richter Dirk Reckschmidt das Unternehmen zusammenfasste – nicht nur nicht fahren durfte, sondern es auch nicht konnte, fuhr der junge Mann dort gegen eine Straßenlaterne, deren Wiederherstellung Kosten von rund 500 Euro verursachte. Um das Ganze zu vertuschen, flüchtete der 19-Jährige zudem vom Unfallort.

Nun sind einmalige Dummheiten im Jugendstrafrecht durchaus etwas Alltägliches. Der Angeklagte war allerdings ein relativ notorischer Wiederholungstäter: 2011 und 2013 war er jeweils zweimal wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis verurteilt worden – zuletzt zu einem Freizeitarrest. Für den Wiederholungsfall hatte ihm eine Richterin in Hagen eine Freiheitsstrafe angedroht.

So weit kam es allerdings nicht. Staatsanwalt Bernd Maas beantragte zwei Freizeitarreste, was der junge Mann vor allem dem Umstand verdankte, dass er sich in einer Ausbildung befindet. Strafverteidigerin Julia Kusztelak verwies auf den vorangegangenen Besuch der Fahrschule, der durch die Verurteilungen allerdings unterbrochen worden war: „Ein bisschen Fahrpraxis hat er gehabt.“ Richter Dirk Reckschmidt beließ es bei den beantragten Freizeitarresten wegen Fahrens ohne Führerschein und unerlaubten Entfernens vom Unfallort. Darüber hinaus verhängte er ein dreimonatiges Fahrverbot: „Wenn die Geschichte zeitnah verhandelt worden wäre, hätten Sie zwei Wochen Dauerarrest gekriegt.“ So aber war immerhin ein Jahr ohne weitere Vergehen ins Land gegangen, und der 19-Jährige hatte seine Ausbildung aufgenommen, mit der eine plötzliche zweiwöchige Abwesenheit nur schwer zu vereinbaren ist. - Thomas Krumm

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