Katzenverhaltenstherapeutin Dagmar Kolatschke ist gebürtige Nachrodterin: „Die größten Probleme sind Unsauberkeit und Aggressionen“

Katzenkennerin geht Katzenproblem auf den Grund

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Heidi Plate mit ihrem Liebling. Auch zwei Hunde gehören zur Familie.

Nachrodt-Wiblingwerde - Eigentlich müssten sie auf die Couch und über ihre Probleme erzählen. Doch sie sind spurlos verschwunden. Wahrscheinlich haben sie sich unter dem Bett verkrochen und wetzen die Krallen. Man weiß es nicht. 

Die Katzenverhaltenstherapeutin spricht deshalb mit dem Frauchen. Doch was sich zunächst eher amüsant anhört, ist ein ernstes Thema. Die Katzen sind unsauber. Was tun?

Am Kreinberger Weg leben Lucie und Emmy, zwei süße Katzen-Schwestern. „Sie waren erst dreieinhalb Jahre bei meinem Sohn und leben jetzt seit einigen Jahren bei mir“, erzählt Heidi Plate, die heute Dagmar Kolatschke zu Gast hat. 

Die gebürtige Nachrodterin hat eine Ausbildung bei der Akademie für Tiernaturheilkunde in der Schweiz absolviert und arbeitet jetzt als Katzenverhaltenstherapeutin. 

Unsauberkeit und Aggressionen sind größte Probleme

„Die größten Probleme sind Unsauberkeit und Aggressionen“, erzählt die 51-Jährige, die mit ihrer „mobilen Katzenschule“ unterwegs ist. Sie weiß, dass die Samtpfoten oft abgegeben oder eingeschläfert werden, wenn Probleme auftauchen, und sieht ihren Job in der Hilfestellung. „Wenn ich nur eine Katze retten kann, dann hat sich das schon gelohnt“, sagt Dagmar Kolatschke. 

Auf die Idee, ihre Lieblinge abzugeben, käme Heidi Plate aber sowieso niemals. Nur wünscht sie sich, dass ihre Katzen „einfach“ das Katzenklo benutzen und sich nicht irgendwelche Ecken aussuchen. Verständlich irgendwie. 

Das AK war am Kreinberger Weg dabei, als die Katzenkennerin dem Katzenproblem auf den Grund ging. Lucie und Emmy haben ein herrliches Leben. Nicht nur, dass sie heiß und innig geliebt werden, sie können auch raus in die Natur. Ein Paradies für Katzen. 

Katzen machen in die Wohnung

Doch statt draußen ihr Geschäft zu verrichten oder das Katzenklo zu benutzen, machen sie das eine oder andere Mal in die Wohnung. Lucie und Emmy haben bevorzugte Ecken zum Pippimachen – und machen auch vor einem Stapel Zeitungen oder vor einem Korb mit frischer Wäsche nicht halt. 

Die gebürtige Nachrodterin Dagmar Kolatschke bietet ihre Hilfe bei allen Katzenfragen an. Sie hat ihre Ausbildung an der Akademie für Tiernaturheilkunde in der Schweiz absolviert und ist Mitglied im Berufsverband der Tierverhaltensberater.

Die Katzentherapeutin lässt sich Katzenklo und Pinkel-Ecken zeigen, erfährt etwas über den Zickenkrieg der Katzenschwestern („das ist Katzenmobbing“), den Charakter der Vierbeiner und sammelt auch Hinweise über die Art und Weise, wie denn mit den unliebsamen Hinterlassenschaften umgegangen wird. 

„Sagrotan und ähnliche Mittel verleiten noch mehr zum Pinkeln“, ist sich Dagmar Kolatschke sicher. Stattdessen solle man Enzymreiniger als Geruchsentferner und Geruchskiller nehmen. 

Außerdem seien die Katzenklos zu klein. „Die Toilette sollte eineinhalb mal so groß sein wie die Katze selbst.“ Katzen, so sagt Dagmar Kolatschke, machen ihr kleines Geschäft nicht so gern dort wo sie das große Geschäft verrichten. Schon deshalb reiche ein Klöchen nicht aus. 

Also: Am besten mehrere größere Kunststoff-Boxen als Katzentoiletten aufstellen, die mit einem möglichst weichen Streu ausgestattet sind. 

Katze sollte für Unsauberkeit nicht bestraft werden

Und: Die Katze sollte für ihre Unsauberkeit nicht bestraft werden. Wenn also der Stubentiger wieder einmal in eine Ecke gemacht hat, sollte er auf keinen Fall mit der Nase hinein gestupst werden. „Die Katze kann die Strafe nicht mit ihrem Verhalten in Verbindung setzen“, meint Dagmar Kolatschke. 

Stattdessen sollte man nach Ansicht der Katzentherapeutin die Bedeutung der bevorzugten Ecke verändern – zum Beispiel, wenn man dort ab sofort das Futter hinstellt. 

Das man Katzen nicht erziehen kann und sie sowieso tun, was sie wollen, bewertet Dagmar Kolatschke komplett anders: „Sie sind bis ins hohe Alter erziehbar. Sie lernen am liebsten das, wovon sie den größten Vorteil haben.“ 

Die gebürtige Nachrodterin bietet übrigens jeden ersten Mittwoch im Monat in Hagen einen Katzenstammtisch an. Alle Katzenfreunde, die Fragen haben oder in geselliger Runde über ihre Tiere ins Gespräch kommen möchten, sind willkommen. Mehr Infos gibt es unter 0152/54308886 oder per Mail an dagmar-kolatschke@web.de.

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