Serpentinen: Baumaßnahme soll Anfang Oktober abgeschlossen sein

Von „bewehrter Erde“ und einer Hangsicherung

+
Auf den geraden Strecken ist ein ungewöhnliches Stützbauwerk für die Hangsicherung zu erkennen: „Bewehrte Erde“ nennt sich das Bauverfahren.

Nachrodt-Wiblingwerde - Heute oder morgen kommen die Kletterer: Denn wie ein Geologe herausgefunden hat, könnten Teile des Felsens an den Serpentinen herausbrechen. Und so wird der Hang an beiden Kurven der Serpentinen vernetzt. Doch es gibt noch weitere spannenden Neuigkeiten.

„Der Hang als solcher ist standfest, aber wenn es ähnliche Winter wie 2010/2011 mit vielen Niederschlägen und Frost gibt, dann besteht die Gefahr, dass die Steine losfrieren und dann unkontrolliert ‘runterrollen“, erklärt Olaf Bühren von Straßen-NRW. 

Die Netz-Maßnahme verzögert die Baumaßnahme nicht. „Wir hatten das schon im Hinterkopf und viele Arbeiten können parallel stattfinden.“ Anfang Oktober sollen die Serpentinen wieder freigegeben werden. Wenn alles klappt. 

Wesentlich mehr Bäume müssen Zeitliches segnen 

Und wenn auch das heutige Gespräch mit den Waldbesitzern für alle Seiten zu einem guten Ergebnis kommt. Wie das AK berichtete, müssen aufgrund des Straßenbaus wesentlich mehr Bäume das Zeitliche segnen als ursprünglich vorgesehen. 

Der Ausbau der Straße nimmt auf jeden Fall Formen an. Sehr deutlich ist die neue Verkehrsführung zu sehen – die Verbreiterung in den Kurvenbereichen ist abgeschlossen. 

Ebenso deutlich kann man auf den geraden Strecken ein ungewöhnliches Stützbauwerk für die Hangsicherung erkennen: „Bewehrte Erde“ nennt sich das Bauverfahren. 

Vor die zu stützende Böschung wird ein Körper aus verdichtetem Boden und Bewehrungsbändern aus verzinktem Stahl gebaut. Dabei handelt es sich um in den Boden eingelegte Geogitter, die Zugkräfte aufnehmen und diese über Reibung in den Boden abtragen. Und damit ist es auch möglich, Böschungen steiler zu machen. „Wir hatten dort Böschungsneigungen von 35 bis 40 Grad. Und mit diesem System bekommen wir eine Neigung von 75 Grad“, so Olaf Bühren. 

Durch Neigungswinkel mehr Platz für Fahrbahn 

Der Vorteil: Durch den Neigungswinkel gewinnt man mehr Platz für die Fahrbahn. Das ist insofern notwendig, als dass die Schutzplanken vor Baubeginn direkt an der Kante standen – und man genau dies jetzt vermeiden möchte. Die Richtlinie wurde überarbeitet, sodass ein gewisser Bereich Erde hinter den Schutzplanken vorhanden sein muss, um die Standfestigkeit zu sichern. 

Das System der „Bewehrten Erde“ ist übrigens aus Sicht von Olaf Bühren als auch von Bauamtsleiter Dirk Röding wesentlich landschaftsgerechter als „graue Betonwände“. 

In den Serpentinen werden die Böschungen mit der „Bewehrten Erde“ begrünt. Einige Pflanzen sprießen bereits. „Unten an der Ehrenmalstraße haben wir das auch gemacht“, lenkt Olaf Bühren den Blick auf das System, das allerdings in Nachrodt nicht so schön aussieht. 

Hinter den Bruchsteinen ist auch besagte Bewehrte Erde. Allerdings kann man bei einem Neigungswinkel von 90 Grad nicht mehr begrünen, weil „der Regen davor hinunterfallen würde.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare