Feuerwehr-Übung an der Sekundarschule/ Kran als Szenario-Objekt

Ein falscher Schritt kann fatale Folgen haben

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Jeder muss mal nach oben, jeder muss mal sichern.

Nachrodt-Wiblingwerde - Die Szenarien: Ein Kranführer liegt verletzt in seinem Führerhaus und muss aus etwa 25 Metern Höhe geborgen werden. Und: Jugendliche klettern als Mutprobe den Kran an der Sekundarschule hoch und kommen nicht mehr alleine runter.

Eine Übung, bei der selbst gestandene Feuerwehrmänner noch einen Adrenalin-Schub bekommen – aber der, so sind sie sich einig, ist bei so einer Übung besonders wichtig. „Adrenalin sorgt dafür, dass wir uns mehr konzentrieren, wachsamer sind. Bei so einem Einsatz könnte ein falscher Schritt fatale Folgen haben“, erklärt Feuerwehrchef Michael Kling. 

25 Meter hoher Kran

Er ist schon verschwitzt, denn zur Vorbereitung der Übung musste er schon einmal die 25 Meter am Kran hinauf klettern und diverse Sicherungsseile befestigen. „Man sieht das von hier gar nicht. Aber oben wackelt der Kran schon ziemlich“, berichtet Kling. 

Dass die Feuerwehr so ein besonderes Szenario üben kann, ist nicht selbstverständlich. Denn nicht oft gibt es einen so hohen Baukran in der Gemeinde, der dann auch noch auf öffentlichem Grund steht und einer Baufirma gehört, die eine solche Übung zulässt. 

Trainiert wird die sogenannte Absturzsicherung. Doch bevor es hinauf geht, stehen zunächst einmal Übungen am Boden auf dem Programm. 

Das Thema Sicherheit wird dabei besonders groß geschrieben. „Wichtig ist der sogenannte Achterknoten. Der ist besonders sicher. Denkt daran, es gilt immer das Vieraugenprinzip“, erklärt Tobias Murza, der die Nachrodter Feuerwehrmänner an diesem Abend unterrichtet. 

Zweiter Feuerwehrmann kontrolliert jeden Handgriff

Nie dürfe man sich alleine für so einen Aufstieg oder die Sicherung am Boden fertigmachen. Ein zweiter Feuerwehrmann kontrolliert jeden Handgriff und prüft auch noch jeden Verschluss. 

Außerdem, so Murza, sollen die Kameraden darauf achten, dass sie sich nicht nur am Becken sichern, sondern auch noch am Brustbereich: „Stürzt ihr mal ab und kippt nach hinten, könnt ihr ernsthafte Wirbelsäulenverletzungen davon tragen. Wenn ihr zusätzlich noch oben gesichert seid, fallt ihr stabiler.“ 

Nach ein paar Vorübungen geht es auch schon los. Zunächst positionieren sich die Kameraden, die später für die Sicherung am Boden zuständig sind. Dicke Seile werden an den stabilsten Punkten des Krans befestigt. 

„Achtet darauf, dass ihr das Seil beim Sichern nie durch die Hände gleiten lasst, sondern immer umfasst. Sollte euer Mann oben abstürzen, könnt ihr ihn so direkt halten und müsst nicht auf Reflexe hoffen“, betont der Ausbilder. 

Das gefährlichste Stück sind übrigens die ersten Meter. Denn wer da fällt, landet vielleicht auf dem Boden, da die Sicherung noch nicht so hoch angebracht ist. Je höher, desto sicherer also. 

25 Kilogramm Ausrüstung 

Die Männer, die den Kran emporklettern, kommen mächtig ins Schwitzen. Denn sie tragen eine Ausrüstung, die zusätzlich mindestens 25 Kilogramm wiegt, sowie einen Rucksack mit Seilen. „Im Notfall kommt dann vielleicht noch eine Trage oder anderes Werkzeug hinzu. Die Belastung ist schon extrem“, sagt Kling. 

Insgesamt sechs Ausrüstungen haben die Nachrodter für einen solchen Ernstfall. Kling: „Geht es wirklich um eine Bergung, brauchen wir sie. Da hat jeder alle Hände voll zu tun.“

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