Nachrodt-Wiblingwerde verzichtet auf Geld

Jährlich gut 10 000 Euro hätte Nachrodt-Wiblingwerde aus dem Bildungs- und Teilhabepaket des Landes erhalten können.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Jährlich gut 10 000 Euro hätte die Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde bis 2013 aus einem Fördertopf des Landes erhalten können. Der Schulausschuss hat am Donnerstagabend mehrheitlich darauf verzichtet.

Das Geld wäre aus dem so genannten Bildungs- und Teilhabepaket des NRW-Sozialministeriums in die Doppelgemeinde geflossen. Dahinter steckt, dass Kinder und Jugendliche aus Familien mit geringen Einkommen durch zusätzliche Schulsozialarbeit gefördert und unterstützt werden sollen. Sie sollen nicht von Kultur, Sport und Freizeit, Mittagessen, Ausflügen und Klassenfahrten und Lernförderung ausgeschlossen sein, nur weil das Geld nicht reicht.

Kreisweit stehen jährluich rund 1,5 Millionen euro zu Verfügung, auf die Doppelgemeinde könnten rund 10 900 Euro entfallen. Um Geld aus diesem Programm zu erhalten, müsste die Gemeinde ein Konzept vorlegen, in dem sie aufzeigt, wo vor Ort die Probleme liegen, welche Zielgruppe von der Förderung profitieren soll und wie die Förderung umgesetzt werden soll. Für Kämmerin Gabriele Balzukat ist das Programm aber noch mit vielen Fragezeichen versehen. „Um ein Konzept zu erarbeiten, brauchen wir die Unterstützung der Schule“, sagte sie im Schulausschuss. Schulleiter Rüdiger Grote von der Albert-Schweitzer-Hauptschule, die aus Sicht der Gemeinde als einzige Schule für eine Förderung infrage kommt, konnte sich mit dem Gedanken einer zusätzlichen Schulsozialarbeit aber gar nicht anfreunden. „Dafür gibt es bei uns keine Notwendigkeit. Wir sind eine kleine Schule und haben die Sozialarbeit schon immer selbst gemacht“, machte er deutlich, keine Unterstützung zu benötigen. Und auch die Tatsache, dass die Hauptschule ein Auslaufmodell ist, führt Grote als Argument ins Feld: „Wofür sollen wir noch ein Konzept entwickeln, wenn die Schule ja doch ausläuft?“

Auch bei den Politikern war die Skepsis groß. In aller Regel gehe zusätzliche Sozialarbeit an Schulen auf Kosten von Lehrerstellen, gab Matthias Lohmann (SPD) zu bedenken und erhielt Zustimmung von Johannes Illerhaus (UWG). Für CDU-Fraktionschef Peter Herbel war nach der Äußerung von Schulleiter Grote ohnehin klar: „Wenn bei uns kein Bedarf besteht, dann sollen die sich das Geld doch an den Hut stecken“, fand er deutliche Worte.

So entschied sich letztlich auch der Schulausschuss. Am Montag wird sich noch einmal der Gemeinderat mit dem Thema befassen. Folgt er dem Schulausschuss wird das Geld aus Düsseldorf an Nachrodt-Wiblingwerde vorbeifließen.

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