Rat beschließt Ausnahmen von Sportstätten-Gebühren

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Die Aktiven des Amateurtheaters Brettken am Drögen Pütt dürfen die Lennehalle jetzt kostenlos nutzen, um die Kulissen aufzubauen und ihre Theaterstücke aufzuführen.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Sport- und Kulturvereine aus der Doppelgemeinde können aufatmen: Wenn sie demnächst größere Veranstaltungen in den Sportstätten durchführen, werden sie dafür nicht zur Kasse gebeten.

Unter dem Druck, die Einnahmen der Gemeinde zu erhöhen, um wieder einen ausgeglichenen Haushaltsplan vorlegen zu können, hatte der Gemeinderat im Sommer 2011 beschlossen, für die Nutzung von Sportstätten Gebühren zu erhöhen. Die Kosten für ganztägige Veranstaltungen in der Lennehalle, bei denen Eintritt erhoben wird oder Besucher bewirtet werden, wurden beispielsweise um knapp 42 Prozent auf 170 Euro angehoben, die Gebühr für Abendveranstaltungen wurde sogar um 50 Prozent auf 150 Euro erhöht. Für die anderen Turnhallen und für das Jugend-, Sport- und Kulturheim wurden die Sätze sogar noch drastischer angehoben.

Welche Tragweite das haben könnte, ist den Politikern allerdings offensichtlich erst viel später klar geworden: Für Sportvereine könnte die Veranstaltung von Turnieren weniger lukrativ sein, wenn dafür auch noch Gebühren an die Gemeinde abgeführt werden müssten. Auch die Kosten für Musik- und Theateraufführungen in der Lennehalle würden steigen. Die Folge: Das sportliche und kulturelle Leben in der Gemeinde würde leiden, schlimmstenfalls sogar ganz zur Erliegen kommen.

Ein Auslöser, sich noch einmal mit der Thematik zu befassen, war offenbar das Adventskonzert der Nachrodter und Wiblingwerder Chöre im vergangenen Dezember. Die hatten den gesamten Erlös anschließend den Kindergärten in der Doppelgemeinde gespendet – und dann kein Geld mehr, um die Nutzungsgebühr für die Halle zu bezahlen. Ein anderes Beispiel: Das Amateurtheater Brettken am Drögen Pütt hatte aufgrund des Winterwetters zu seinen Aufführungen deutlich weniger Besucher begrüßen können als sonst. Die Folge war, dass für die Benutzungsgebühren kaum genug Geld vorhanden war.

Im nichtöffentlichen Teil der Ratssitzung im Februar kam das Thema Benutzungsgebühren deshalb noch einmal zur Sprache. Die Politiker beauftragten die Gemeindeverwaltung, in einem gemeinsamen Gespräch mit Vertretern von Gemeindesportverband und Kulturverband eine Lösung zu suchen. Die legte sie dem Rat nun in seiner Sitzung am Montagabend vor: „Kulturveranstaltungen ortsansässiger Vereine und Verbände und Turniere mit Beteiligung auswärtiger Vereine sind kostenfrei“, heißt es in dem Papier, das die einhellige Zustimmung des Rates fand. Damit sei gewährleistet, dass Kulturarbeit nach wie vor möglich ist und auch die Sportvereine nicht weiter belastet werden, lautete die Begründung.

Mit dieser neuen Regelung können nun offenbar alle Beteiligten leben. Sowohl Hans-Jürgen Hohage vom Kulturverband als auch Axel Koch vom Gemeindesportverband äußerten sich am Dienstag im Gespräch mit unserer Zeitung zufrieden mit dieser Ausnahmeregelung für die hiesigen Vereine. ▪ Volker Griese

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