Brenscheider Kornmühle erhält neue Antriebswelle

+
Britta Strobel und Mike Kernig von der Sparkasse übergaben Otto Camphausen und Bürgermeisterin Birgit Tupat (v.l.) den Spendenscheck über 6000 Euro.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Das Wasserrad der Brenscheider Kornmühle erhält derzeit eine neue Antriebswelle. Seit Donnerstag arbeiten Experten aus Ostwestfalen daran, dass sich das Rad schon bald wieder drehen kann. Wenn keine Probleme mehr auftreten, werden sie ihre Arbeit am Samstag abschließen.

„Wenn viel Wasser lief, rappelte hier die ganze Bude“, beschrieb Mühlen-Betreiber Hans-Otto Camphausen, wie sich die Ende der 1970er Jahre während einer umfassenden Sanierung eingebaute und mittlerweile ausgeschlagene Welle zuletzt bemerkbar gemacht hat. Weil das so nicht weitergehen konnte, suchte Camphausen nach Möglichkeiten, den rund 14 000 Euro teuren Einbau einer neuen Welle zu finanzieren. 6000 Euro konnte er als Landeszuschuss erhalten – allerdings musste er dafür noch einmal die gleiche Summe aus einer privaten oder anderen Geldquelle erschließen. Eine Anfrage bei der Gemeinde blieb zunächst erfolglos. „Das ist eine freiwillige Leistung, die wir nicht erbringen dürfen“, erklärte Bürgermeisterin Birgit Tupat unter Verweis auf die mehr als angespannte Haushaltslage und die damit verbundenen Auflagen. Doch die Bürgermeisterin fand einen anderen Weg: Ihre Anfrage bei der Vereinigten Sparkasse im Märkischen Kreis fand Gehör. Am Donnerstag übergaben Vorstandsmitglied Mike Kernig und die Nachrodter Geschäftsstellenleiterin Britta Strubel an der Kornmühle der Bürgermeisterin einen Spendenscheck über 6000 Euro. Die bedankte sich dafür, dass die Sparkasse quasi für die Gemeinde in die Bresche gesprungen ist. „Das Engagement für das Gemeinwohl ist ein zentraler Bestandteil der Geschäftsphilosophie unserer Sparkasse. In einer Zeit, in der die Leistungsfähigkeit der Städte und Gemeinden in vielen Bereichen an Grenzen stößt, übernehmen wir Verantwortung für unsere Region“, erklärte Kernig und bezeichnete die Brenscheider Kornmühle als „wirklich förderungswürdiges Objekt“.

Derweil trafen Andre Krietemeier und Thomas Pape vom Ingenieurbüro Rohlfing (Petershagen) die Vorbereitungen für Austausch der rund eine Tonne schweren Welle aus Eichenholz. Dazu mussten sie zunächst das schwere Mühlrad mit Kettenzügen abfangen, um die alte Welle herausziehen zu können. Erst dann konnte das neue Exemplar eingeführt werden – aufgrund der engen Platzverhältnisse in dem mehr als 400 Jahre alten Gebäude kein leichtes Unterfangen. Doch die Ostwestfalen haben Erfahrung mit solchen Arbeiten. An der Westfälischen Mühlenstraße ist die Reparatur und Restauration von alten Mühlen für sie praktisch Tagesgeschäft.

Sind die Arbeiten am Wasserrad erledigt, soll auch in der alten Kornmühle noch etwas renoviert werden. Auf der so genannten Bühne, wo sich die Mahlsteine drehen, sollen marode Fußbodenbretter ausgetauscht werden. Hans-Otto Camphausen geht davon aus, dass die Mühle im Frühjahr wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sein wird. „Sie ist eine echte Attraktion für Schulklassen“, verweist er darauf, dass für die Kinder hier erkennbar und erschließbar wird, wie Kraftübertragung funktioniert. Dazu allerdings müsse sich „auch etwas drehen“, betont Camphausen. Unter diesem Aspekt war der Einbau der neuen Welle natürlich von essenzieller Bedeutung.

Im Mai beginnen übrigens auch wieder die Backtage in der Brenscheider Mühle. An jedem ersten Samstag im Monat werden Otto Camphausen und sein Team im alten Backofen der Mühle dann wieder rund 140 rustikale Brote backen. „Die Backtage werden immer sehr gut angenommen, die Leute kommen von überall her“, berichtet der Mühlen-Betreiber, dass die Brote reißenden Absatz finden. ▪ Volker Griese

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare