UWG verabschiedet Duo und wählt neuen Vorstand

Der neue UWG-Vorstand setzt sich zusammen aus Ewald Pischke (Kassierer), Johannes Illerhaus (Fraktionsvorsitzender), Annegret Klatt (Beirat), Walter Voss (Beirat), Petra Triches (Geschäftsführerin), Hans-Jürgen Hohage (Beirat) und Sonja Hammerschmidt (Erste Vorsitzende, von links) sowie der Zweiten Vorsitzenden Regina Tschentscher, die auf dem Foto fehlt.  Foto: Krumm

Nachrodt-Wiblingwerde - Mit einem etwas veränderten Team präsentiert sich die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) nach der Mitgliederversammlung: Erste Vorsitzende ist weiterhin Sonja Hammerschmidt, doch in den weiteren Zusammensetzung des Vorstandes gab es einige Veränderungen.

Regina Tschentscher steht Hammerschmidt als Zweite Vorsitzende zur Seite. Sie folgte Thomas Renfordt nach, der nicht wieder antrat. Petra Triches trat die Nachfolge von Geschäftsführer Martin Murza an. Im Amt bestätigt es wurde Kassierer Ewald Pischke. Nach einer Satzungsänderung, die die Versammlung ebenfalls beschloss, bilden die Ratsmitglieder der UWG automatisch den Beirat, der den Vorstand beratend unterstützt. Grund zur Freude war immer noch das gute Wahlergebnis der UWG, die sich mit knapp 24 Prozent als „dritte Kraft“ in Nachrodt-Wiblingwerde etablierte. Für eine gewisse Ernüchterung sorgte allerdings die Erkenntnis, dass politisch wenig auszurichten ist, wenn sich CDU und SPD im Gemeinderat einig und anderer Meinung als die UWG sind.

Die Versammlung ehrte Ratsmitglied Norbert Hammerschmidt und den ehemaligen Fraktionssprecher Peter Joergens nach ihrem Ausscheiden aus dem Rat. Joergens gehörte dem Gremium seit stattlichen 40 Jahren an. Bereits seit 1965 hatte er die Arbeit des Sportausschusses als Sachkundiger Bürger unterstützt. An der Spitze der Gemeinde stand er als Erster stellvertretender Bürgermeister in der Zeit der Erkrankung des hauptamtlichen Bürgermeisters Wilhelm Mestekämper. „Du warst Fraktionssprecher, das Gesicht, der Kopf und das Aushängeschild der UWG, immer im Gespräch mit den Bürgern – nicht nur vor Wahlen, immer geradlinig, zuverlässig, durchsetzungsfähig“, ehrte Johannes Illerhaus seinen Vorgänger, von dem er den Fraktionsvorsitz im Jahr 2004 übernahm.

Klare Worte fand bei der UWG-Versammlung in der Gaststätte Zur schönen Aussicht Michael Kling, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr: „Feuerwehr – der Name ist schon lange nicht mehr Programm“, sagte der Gast und schilderte Kling die vielfältigen Aufgaben, unter denen sich nur als eine von vielen die Brandbekämpfung befindet. Jüngst machten die Einsätze als Unterstützer gegen die Wasserfluten in Greven deutlich, welche Bedeutung den ehrenamtlichen Einsatzkräften mittlerweile auch überregional zukommt. Immer weniger Freiwilligen würden immer mehr Leistungen abverlangt, klagte Michael Kling und präsentierte einen Rundgang durch all die unterschiedlichen Einsätze: Beseitigung von Unwetterschäden, Unfallfolgen und Ölspuren, Maßnahmen gegen medizinische Notfälle bei Stromausfall, Einfangen entlaufener Tiere, Gasleckagen, steckengebliebene Aufzüge und vieles mehr. Kritisch äußerte sich Michael Kling zu der Neigung vieler Krankenhäuser, in den Zeiten der Fallpauschale ihre Patienten vorzeitig zu entlassen: „Versorgung von Personen in medizinischen Notlagen“ heißt dieser Anlass für immer mehr Einsätze.

Der Feuerwehr-Chef belegte die zunehmenden Belastungen auch durch die stark gestiegene Anzahl von Schulungen für seine Leute. Ein gutes Beispiel für die gefragte Sachkenntnis war die Ausrüstung von immer mehr Fahrzeugen mit Airbags. Wie öffnet man bei der Bergung eines Verunglückten ein Unfallfahrzeug, das mittlerweile 14 bis 16 Airbags haben kann? Bei unsachgemäßer Behandlung können die Zündkapseln hochgehen.

Wichtige Themen in der Diskussion waren schließlich jene, die das Gemeindegebiet betrafen. Durch den Mangel an Arbeitsplätzen in Nachrodt-Wiblingwerde sind rund 80 Prozent der Feuerwehrleute tagsüber nicht für einen Einsatz im Gemeindegebiet greifbar, rechnete Kling vor. In Veserde steht tagsüber niemand zur Verfügung. Es müsse deshalb eine offene Diskussion geben, wie es in Wiblingwerde, das relativ gut versorgt ist, und in Veserde weitergehen könne, regte Kling an. Denn dort steht eine echte Herausforderung für die Einsatzkräfte: Ein Gebäude von der Größe des Hotels Holzrichter würde heute sicher nicht mehr an diesem Standort genehmigt, sagte Kling. Immer mehr Einsätze für immer weniger Freiwillige: Es besteht Handlungsbedarf – darin waren sich der Feuerwehrchef und der Kern der aktiven UWG-Mitglieder einig. - Thomas Krumm

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