SPD: Schlussstrich gezogen

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Horst Humme fungiert jetzt als Kassenprüfer.

Nachrodt-Wiblingwerde -  Man kann nicht so tun, als wäre nichts gewesen. Dafür gab es zu viele Negativschlagzeilen. Noch und nöcher. Das Miteinander war eher ein Gegeneinander, das von Misstrauen und Unmut geprägt war. Aber die Sozialdemokraten haben jetzt nach dem Rücktritt von Susanne Jakoby einen beachtlichen Neuanfang geschafft, der vor der Jahreshauptversammlung so nicht zu erwarten gewesen ist. Alle Ämter konnten neu besetzt werden.

Und das mit Leichtigkeit. Der neue Vorsitzende Ronny Sachse ist augenscheinlich die Lieblingsbesetzung aller Beteiligten. Von den 14 stimmberechtigen Mitgliedern stimmten zwölf für ihn. Und es gab keine Gegenstimme, sondern zwei Enthaltungen.

„Als neuer Vorsitzender entschuldige ich mich dafür, was in der Vergangenheit passiert ist. Wir haben uns nur mit uns selbst beschäftigt“, so Sachse, der sich optimistisch zeigt, dass eine Erneuerung gelungen, dass ein Schlussstrich gezogen ist. „Wir sind ein starkes Team und bringen die SPD inhaltlich voran.“

Die Parteiarbeit soll mit mehr Ideen belebt werden, es soll mehr Präsenz in der Öffentlichkeit gezeigt werden und die „von dannen gezogenen“ SPD’ler, die aus der Fraktion ausgetreten sind, sollen eingeladen und im besten Fall wieder eingebunden werden.

Der Blick geht unbedingt nach vorn, wenn es auch Ronny Sachse ein Anliegen war, die Leistung von Susanne Jakoby in der Partei und in der Fraktion ausdrücklich anzuerkennen und nicht so zu tun, als hätte das ganze Dilemma an ihr allein gelegen.

Ruhig, sachlich und freundlich: So gingen die Sozialdemokraten während ihrer Jahreshauptversammlung miteinander um. Die Wahlen wurden in geheimer Wahl durchgeführt, wobei Annelie Künne und Lotte Glasow jeweils die Auszählungen vornahmen. Neben Ronny Sachse wurden Aykut Aggül (2. Vorsitzender), Gerd Schröder (Kassierer), Christian Pohlmann (stellvertretender Kassierer), Jan Schröder (Schriftführer), André Gütting (stellvertretender Schriftführer), Andreas Foller, Lotte Glasow und Rudi Draheim (allesamt Beisitzer), Horst Humme und Aysun Aggül (Kassenprüfer) gewählt.

 Dass nicht mehr Frauen im Vorstand sind, bedauerte besonders Lotte Glasow. Das ist aber eher dem Zeitmangel der Sozialdemokratinnen geschuldet, die an der Sitzung teilnahmen. Der Wille war da. Der Wille war auch da, den alten Vorstand zu entlasten - was aber aufgrund der fehlenden Anwesenheit der „alten“ Kassenprüfer nicht möglich war, sodass dies nachgeholt wird.

Der alte und neue Kassierer Gerd Schröder, der übrigens auch mit überwältigender Mehrheit gewählt wurde, gab einen Einblick in die Finanzlage. Kassenbestand aktuell: 22500 Euro. Die Ausgaben (12000 Euro) lagen allerdings im vergangenen Jahr über den Einnahmen (10500 Euro), was in erster Linie auf die Renovierungskosten des neuen Parteibüros zurückzuführen ist. Die Bundestagswahl mit Werbeständen, Flyern und Mitgaben hat 1400 Euro gekostet, beim veranstalteten Kabarett ist die SPD auf 5000 Euro sitzen geblieben. Ob man solch eine Veranstaltung in Zukunft noch mal stemmen kann und stemmen wird, ist sicher ein Diskussionspunkt.

Diskutieren werden die Sozialdemokraten auch bald darüber, wie das 100-jährige Jubiläum gebührend begangen werden kann, das am 27. Dezember ansteht. „Ich lege großen Wert darauf, dass das gefeiert wird“, so Lotte Glasow. Dass sich 1918 „nach dem schrecklichen Krieg Menschen zusammengefunden haben, um die SPD zu gründen, kann nicht hoch genug angerechnet werden.“

Ob eine schöne, würdige Feier im festlichen Rahmen allerdings in sieben Monaten auf die Beine gestellt werden kann, oder ob man das Jubiläum verschiebt, wie es Rudi Draheim vorschlug, wurde während der Jahreshauptversammlung nicht abschließend geklärt.

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