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Nachrodt hat 2000 Notfall-Dosen bestellt

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Freut sich, dass die SOS-Dosen in der Gemeinde so gut ankommen: Bürgermeisterin Birgit Tupat

Nachrodt-Wiblingwerde - Jeder will sie haben. Und nicht nur in der Gemeinde. „Leute aus Hagen und Schwerte haben sich gemeldet“, sagt Bürgermeisterin Birgit Tupat und ist selbst erstaunt, welche hohe Wellen aufgrund einer kleinen Dose schlagen.

Nachdem die Bürgermeisterin verkündet hatte, 500 Notfalldosen zu bestellen, stand das Telefon nicht mehr still. Jetzt wurden sogar 2000 Dosen geordert.

Die SOS-Dosen kommen in den Kühlschrank und werden mit all dem gefüllt, was der Rettungsdienst im Fall der Fälle wissen muss. Auf einem grünen Info-Blatt werden Krankheiten (Herzinfarkt, Bypass-Operationen, Bluthochdruck. Asthma, Epilepsie und viele andere) ebenso vermerkt wie Medikamente, die täglich eingenommen werden, die Nummer der Hausarztpraxis und/oder des Pflegedienstes. Zudem gibt es auch eine Frage nach einem Organspendeausweis oder der Patientenverfügung. Gibt es sie? Und wenn ja: Wo liegt sie?

Die Notfalldose soll gut sichtbar im Kühlschrank aufbewahrt werden. Denn im Falle eines Falles muss es schnell gehen, müssen die Retter schnell Einzelheiten erfahren können.

 „Es ist aber keine Notfalldose, die nur für ältere Personen interessant ist. Auch viele junge Menschen leben allein und/oder müssen Medikamente nehmen“, sagt Bürgermeisterin Birgit Tupat. Fakt ist: Es gibt immer mehr Einsätze, um Menschen hinter verschlossenen Türen zu retten. Auch in Nachrodt-Wibingwerde. Manchmal kommen die Retter zu spät. Oft aber können sie helfen – und können das nun noch wesentlich besser, wenn sie wissen, welche Vorerkrankungen der Patient hat und auf welche Medikamente er angewiesen ist. Sodann kommt die unscheinbare SOS-Dose ins Spiel.

Erleichterung für die Rettungskräfte

Sind die Retter eingetroffen und sehen auf der Innenseite der Wohnungstür und dem Kühlschrank den Aufkleber „Notfalldose“, so kann dies unter Umständen tatsächlich Leben retten. „Es erleichtert die Arbeit der Rettungskräfte ungemein. Niemand möchte bei anderen in den Klamotten ‘rumwühlen. Abgesehen davon, ist auch die Zeit dafür nicht da“, so die Bürgermeisterin und freut sich über die Unterstützung bei der Bekanntmachung und Verteilung. „Die Frauenhilfe Wiblingwerde hat sich gemeldet und möchte 70 Dosen haben, die zum Beispiel bei den Hausbesuchen mitgenommen werden. Die KFD Nachrodt benötigt etwa 90 Dosen. Und wir bestellen auch für das Stellwerk in Altena 500 Dosen“, sagt Birgit Tupat.

Bürgermeisterin möchte Apotheken ansprechen

Die SOS-Dosen werden kostenlos an die Frau und an den Mann gebracht. Die Feuerwehr überlegt, ob sie von Haus zu Haus geht. Zudem möchte die Bürgermeisterin die beiden Apotheken in der Gemeinde ansprechen. „In der Regel kennt man die Patienten, die die Medikamente holen. Und darüber kann man ins Gespräch kommen.“ Wer möchte, kann aber auch im Amtshaus vorbei schauen. Noch sind die Dosen aber nicht da. 

Eine Dose für mehrere Personen

Übrigens: Es muss nicht jeder im Haushalt eine eigene Notfalldose haben. Sie ist groß genug, um dort auch zwei oder drei Auskunfts-Blätter zu verstauen. Zwei Versicherungen (Provinzial und Zurich) haben fest als Sponsoren zugesagt. „Aber wir benötigen natürlich gern noch mehr Unterstützer“, sagt Bürgermeisterin Birgit Tupat, die auch privat die Idee mitfinanziert. „Ich finde das einfach eine sehr gute Idee.“ Insgesamt kosten die SOS-Dosen nun 2700 Euro. Nach Abzug aller Spenden bleiben noch 1000 Euro. „Für so eine Aktion und so eine Sicherheit, die man bietet, ist das eine relativ kleine Summe“, findet Birgit Tupat.

 Wer die Idee finanziell unterstützen möchte, meldet sich unter 02352/938317.

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