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Wegen Feuerwehr: Sportler müssen bald auf Lennehalle verzichten

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Normalerweise kommt man nur mit einem Chip ins Stadion: Jetzt ist das Torschloss kaputt.
Normalerweise kommt man nur mit einem Chip ins Stadion: Jetzt ist das Torschloss kaputt. © Fischer-Bolz

Wegen des Neubaus des Gerätehauses der Feuerwehr müssen künftig Sportler auf die Lennehalle verzichten. Nicht alle sind mit dieser Entscheidung glücklich.

Nachrodt-Wiblingwerde – „Es tut mir in der Seele weh. Es ist das zweite Gebäude, das wir den Bürgern wegnehmen. Erst die Rastatt, jetzt die Lennehalle.“ CDU-Ratsherr Michael Schlieck fand deutliche Worte für den Vorschlag, die Feuerwehr im nächsten Jahr in der Lennehalle unterzubringen – und zwar so lange, bis der Neubau des Gerätehauses am Holensiepen fertiggestellt ist. Im Planungs-, Bau- und Umweltausschuss wurde das Vorhaben einstimmig befürwortet, im Sportausschuss machte Michael Schlieck aber seinem Unmut Luft. Und auch in der Sitzung des Rates wurde der Christdemokrat deutlich und stimmte gegen das Vorhaben, das mit zwei Enthaltungen von der SPD nun aber auf den Weg gebracht ist.

Damit muss sich jetzt auch der TuS Nachrodt abfinden, der die Lennehalle für den Sport nutzt. Heinz Even, Vorsitzender des Vereins, übte höfliche Kritik während der Sitzung des Rates. „Ich hoffe, dass der Sommer gut wird und wir viel Sport im Freien machen können.“ Jens-Philipp Olschewski, Fraktionsvorsitzender der CDU, zauberte einen möglichen Plan B aus dem Hut: „Wenn wir nicht pünktlich fertig werden, sollten wir über eine mobile Halle nachdenken, die den Sportlern dienen könnte.“

Während die Ratssitzung eher von sachlichen Debatten geprägt war, war es im Sportausschuss amüsant zugegangen – ging es doch unter anderem um die Kosten für neue Mülleimer. Deren Beschaffung für das Mestekämper-Stadion wird insgesamt etwa 4100 Euro kosten. „Ich würde gerne wissen, wie viele Mülleimer denn davon angeschafft werden?“, fragte Anne Klatt, Vorsitzende des Sportausschusses. Es sind neun Mülleimer. Aber nicht irgendwelche, wie Bauamtsleiter Dirk Röding die Summe zu erklären versuchte. „Wir haben uns für das Modell entschieden, mit dem wir gute Erfahrungen gemacht haben.“ Es sei kein einfaches Blechding, bei dem man einmal dagegen trete und das dann durch die Gegend fliege. Es sei aus Stahl, stabil und habe seinen Preis. Mit einem Lächeln wurde die Anschaffung sodann zur Kenntnis genommen.

Nicht zum Lachen ist dagegen das kaputte Schloss am Wilhelm-Mestekämper-Stadion. „Man kann nicht mehr kontrollieren, wer da ein- und ausgeht“, so SPD-Ratsherr Jan Schröder. Thema waren die Nutzungsgebühren für die Sportstätten. Stefan Herbel, der nicht für seine CDU, sondern für den Schießclub sprach, schlug vor, die Vereine von den Gebühren für die Sportstätten zu befreien. Einen offiziellen Antrag gibt es bislang noch nicht.

Doch zurück zum Tor im Stadion: Am Schloss ist der Schließzylinder kaputt. Und so kann jedermann hinein. Normalerweise nutzen Sportler einen Chip, um aufs Gelände kommen. Möglich ist, so sagte der Bauamtsleiter, „dass irgendwelche Leute versucht haben, über das Tor zu klettern“. Dabei sei dann der Knauf abgebrochen. Übrigens nicht das erste Mal.

Dirk Röding sieht es nicht ein, erneut 800 Euro für eine Reparatur auszugeben, wenn „Spaßvögel“ kurze Zeit später den Eingangsmechanismus ruinieren. „Wir arbeiten an einer Lösung“, sagte Dirk Röding und stellt sich einen Schutz vor, der zwar die Möglichkeit zulässt, den Knauf zu drehen, der aber nicht mal eben kaputt getreten werden kann. „Wir sind ja nicht allein auf der Welt. Wahrscheinlich haben andere ähnliche Probleme und schon eine Lösung entwickelt.“

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