Waldlehrpfad in Nachrodt feiert Zehnjähriges 

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Lehrpfad-Initiator Karl-Heinz Tacke zeigte den Gästen die erste Station des Lehrpfads: die Sonnenblumenwiese.

Nachrodt-Wiblingwerde – zehn Jahre gibt es mittlerweile den Waldlehrpfad: Beim Rundgang merkten die Gäste schnell, dass nicht nur Kinder  dort viel lernen.

Viel Lob gab es gestern für Karl-Heinz Tacke, den Vater des Waldlehrpfades am Lohagen. Einen besonders charakterisierenden Satz sagte sein Mitstreiter Walter Strüning am Rande der Veranstaltung zum zehnjährigen Bestehen des Lehrpfades, ohne das Tacke ihn hörte: „Er verkauft den Wald einfach glänzend. Niemals belehrend, sondern erzählend und anschaulich. So nehmen die Kinder vieles mit.“ 

Dass der zwei Kilometer lange Rundweg am Lohagen mit seinen vielen Bäumen und Blumen, Infotafeln und dem „grünen Klassenzimmer“ keineswegs nur etwas für Kinder ist, das erfuhren die Besucher bei einem Rundgang. 

Mit dem Signal „Begrüßung“ eröffnete das Bläsercorps Sauerland im Hegering die Geburtstagsfeier. Harald Laus, Vorsitzender des Hegerings, lobte die Arbeit der beiden Obleute Karl-Heinz Tacke und Walter Strüning. „Sie haben sehr viel Zeit und Arbeit hier reingesteckt. Und Sie haben Tausende Kinder und Erwachsene hier durchgeführt.“ 

Da Teile des Lehrpfades in die Jahre gekommen waren, habe man nun einige Tausend Euro investiert, damit alles wieder in Schuss ist. Und der Waldlehrpfad ist seit gestern um einen Baum reicher – nämlich um den Baum des Jahres, die Flatterulme. 

10 Jahre grünes Klassenzimmer

Die Mädchen und Jungen des Waldkindergartens waren eingeladen worden, um ihn gegenüber der Sonnenblumenwiese einzupflanzen. Dort gab es dann ein großes Gewimmel, denn jeder wollte mitmachen beim Pflanzen. Die Flatterulme ist ein Baum, der über 30 Meter hoch werden kann. 

Zusammen mit Stiel-Eiche, Esche, Berg-Ahorn und Feldulme prägt sie die sogenannten Hartholz-Auenwälder. Ganz besonders: Die Flatterulme bildet als einzige heimische Baumart Brettwurzeln aus. Diese kennt man sonst nur von Urwaldriesen. Sie sorgen für eine höhere Stabilität. 

Auch wenn die Flatterulme die Nähe des Wassers liebt, kommt sie auch in trockeneren Gebieten gut zurecht. „Aber wir werden hier wohl mal öfter wässern müssen“, mutmaßte Karl-Heinz Tacke angesichts der Trockenheit, die den Waldbesitzern arg zusetzt. Spendiert wurde der Baum von der Kreis-Jägerschaft. 

Dann ging es auf den Rundgang. Und hier konnten auch die erwachsenen Besucher staunen – und einiges lernen. Zum Beispiel über die Elsbeere. „Wenn man in guten Zeiten 80 Euro für einen Festmeter Fichte bekommt, so sind es für einen Festmeter Elsbeere leicht über 1000 Euro.“ 

Jedoch vergehen etwa 120 Jahre, bis der Baum geerntet werden kann. Bei der Fichte sind es rund 80 Jahre. Tacke bewies ein weiteres Mal, dass er im Wald ganz in seinem Element ist. 

Und auch eine rührende Geschichte hatte der Waldbesitzer parat. Sie handelte von einer Ricke, die er mit der Flasche aufgezogen hatte und die dann mit einem weiteren, männlichen Ziehkind Nachwuchs bekam. Weil das Junge nicht mit dem Kopf voran geboren wurde, entschloss sich Tacke, als Geburtshelfer tätig zu werden. „Normalerweise kümmern sich die Rehe sofort um das Kitz. Aber die Ricke stand auf und leckte mir die Hand – als wollte sie sich bedanken. So etwas habe ich noch nicht erlebt."

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