ABC-Übung der Wehr klappt reibungslos

Proben aus Luft, Boden und Gewässern wurden zur Laboranalyse entnommen. Foto: Hornemann

Nachrodt-Wiblingwerde -  Für den Katastrophenschutz im Regierungsbezirk Arnsberg könnte das am Samstag, 8. November, in Nachrodt erprobte ABC-Schutzkonzept ein enormer Durchbruch sein: Vom Holensiepen aus koordinierte der stellvertretende Kreisbrandmeister Dieter Grefe die kommunalübergreifende Übrung, die einen entscheidenden Vorteil haben könnte: Die Feuerwehr kreist Gefahrsstoffwolken ein, um ihren Gefahren auf die Schliche zu kommen.

Dieter Grefe hat ein Szenario entwickelt, das gar nicht realitätsfremd ist: An einem Bahnübergang in Hagen ist ein Kesselwagen mit Essigsäure zu Schaden gekommen. Der austretende Gefahrstoff bleibt unbemerkt vom Zugführer - kilometerweit werden die 95 Kubikmeter Flüssigkeit durch NRW verteilt.

Die Feuerwehr kann Luftproben nehmen und anhand des Farbumschlags im Prüfröhrchen eine Schadstoffkonzentration nachweisen. „Diese Methode ist aber keine richtige Messung. Sie sagt nur aus, zu welchem Zeitpunkt welche Konzentration in der Luft liegt“, erklärt Grefe seinen Feuerwehr-Kollegen aus dem Regierungsbezirk, die sich in der Schulaula am Holensiepen in das Konzept „Ü-Messen 2“ einführen lassen.

Dieter Grefes Vision am Samstag: Labore, Firmen und naturwissenschaftlich geschulte Bürger ziehen mit der Feuerwehr an einem Strang, um zu ermitteln, welche Gefahrgüter eine Region bedrohen.

„Blind drauf los handeln können und dürfen wir bei solchen ernstzunehmenden Katastrophen nicht“, erklärt Grefe. Deshalb hat er für die Großübung ein Einsatznetzwerk gespannt, das Koordinierungsstellen in Nachrodt, Hagen und Altena vorsieht. Die Kommunikation läuft über zwei Funkkanäle. „Auch das Umschalten muss sitzen bei allen Einsatzkräften“, erklärt der stellvertrende Kreisbrandmeister. 120 Teilnehmer aus Kommunen des Regierungsbezirks sind gekommen. Wie sie gearbeitet haben, welche Schlüsse sie aus dem Tun gezogen haben heute in der Druckausgabe des AK.

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