Beschimpfungen und ein Bypass im Rat

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CDU-Ratsherr Peter Herbel (links) ließ kein gutes Haar an Bauamtsleiter Dirk Röding.

Nachrodt-Wiblingwerde -  „Wir sind ja von Herrn Röding einiges gewöhnt. Aber das hätte ein Bauzeichner im zweiten Ausbildungsjahr besser gemacht“, schimpfte CDU-Ratsherr Peter Herbel während der Sitzung des Rates. In der Gaststätte „Zur schönen Aussicht“ waren die Kommentare alles andere als schön. Nach allen Regeln der Kunst saute der Christdemokrat den Bauamtsleiter ab. Im Mittelpunkt der Kritik, die die sachliche Ebene völlig verließ, war das Straßenbauprogramm.

Peter Herbel denkt nicht daran, „jede Narretei, die von Dirk Röding verzapft wird, einfach hinzunehmen“. Dass die Wiesenstraße beispielsweise im Straßenbauprogramm ist, kann Peter Herbel nicht nachvollziehen. Während der Bauamtsleiter ein Tête-à-Tête mit den Stadtwerken plant (diese legen eine neue Wasserleitung und beteiligen sich im Anschluss an den Kosten der Straßensanierung), findet Peter Herbel, dass es ausreichen würde, nach der Leitungsverlegung die Wiesenstraße mit einer Asphaltschicht zu überziehen – „wie am Helbecker Weg“.

Und auch die Harpkestraße könnte nach Ansicht von Peter Herbel partiell ausgebessert werden, „denn sie ist bis auf das letzte Drittel in einem einwandfreien Zustand.“

Die Spitze des Eisbergs ist für Peter Herbel aber der Friedhofsweg, der nicht im Straßenbauprogramm aufgeführt ist, für den aber ein Kostenvoranschlag vorliegt, der „irgendwo zwischen Gut und Böse ist. Und dann könnte man den Verdacht haben, dass das von der Verwaltung so gewollt ist.“ Fakt ist: Der Friedhofsweg benötigt einen Bypass –ähnlich wie am Herzen, nur unter der Erde. Die Kanalisation ist zwar in Ordnung, aber bei einer Überprüfung im Rahmen des neuen, zentralen Abwasserplans wurde festgestellt, dass es möglicherweise zu hydraulischen Überbelastungen in Friedhofsweg kommen könnte. Da man den Kanal nicht austauschen möchte, gibt es die Überlegung, von der Einmündung Buchenweg in den Friedhofsweg und von dort Richtung Helbecker Weg 30 Meter Kanal zu verlegen. Droht eine Überlastung, fängt der Bypass das Überlaufproblem auf. Allerdings belaufen sich die Kosten für den Bypass inklusive Sanierung der Straße auf 140000 Euro.

Wie dem auch sei: Bauamtsleiter Dirk Röding ließ die Angriffe von Peter Herbel mehr oder weniger über sich ergehen, verwies auf die Kostenersparnis bei einer Zusammenarbeit bei der Wiesenstraße mit den Stadtwerken – und bekam Rückendeckung von UWG-Sprecherin Petra Triches („wir haben die Zusammenarbeit mit den Stadtwerken beschlossen und auch die Harpkestraße ist tatsächlich eine Buckelpiste“).

Da aber augenscheinlich alle Beteiligten recht unglücklich mit dem Straßenbauprogramm sind, wird nun kurzfristig eine Planungs- und Bauausschusssitzung einberufen, um (alle?) Straßen zu besichtigen.

 Interessant in diesem Zusammenhang dürfte die Frage sein, wann denn der Kreinberger Weg saniert wird. Dieses Anliegen hatte auch eine Bürgerin, die eine spontane Umfrage startete. „Wer von den Ratsmitgliedern ist denn die Umleitung über den Kreinberger Weg gefahren?“ Wohl alle. Doch der Weg zum Hallenscheid soll saniert werden, nicht der Kreinberger Weg. Die Begründung von Bauamtsleiter Dirk Röding folgte auf dem Fuße: Im Frühjahr 2019 soll der Ausbau der L692 vom Salzlager bis nach Eilerde fortgesetzt werden – wieder unter Vollsperrung. Und wieder wird der Kreinberger Weg als Umleitungsstrecke genutzt. Straßen NRW will sich aber dann an den Sanierungskosten beteiligen. Nur eine klitzekleine Frage bleibt dennoch im Raum: Wird der Kreinberg vor oder nach der erneuten Vollsperrung auf Vordermann gebracht?

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