Die Irrungen und Wirrungen um den Ehrenamtspreis

dpa

Nachrodt-Wiblingwerde -  Böse Zungen könnten behaupten, dass es Irrungen und Verwirrungen um den Ehrenamtspreis in Nachrodt-Wiblingwerde gibt. Wahr ist tatsächlich: Es steckt ein bisschen der Wurm in der Debatte. Die Vergabe-Richtlinien sollen nun erneut in den Fraktionen beraten werden.

 Grundsätzlich sind alle angetan von der Idee, einen Ehrenamtspreis in Nachrodt-Wiblingwerde zu vergeben. Auch die CDU, wie Lars Wygoda als Fraktionsvorsitzender während der Sitzung des Rates in Veserde betonte. Allerdings hätte die Art und Weise, wie der Vorschlag der SPD von Aykut Aggül vorgetragen worden sei, den Christdemokraten nicht gefallen. „Das ist von jetzt auf gleich auf die Tagesordnung gekommen und wir sollten entscheiden“, so Wygoda. Man habe sich überrumpelt gefühlt.  „Es ist ja nicht verboten, gute Ideen einzubringen, aber man sollte das vorher in den Fraktionen in Ruhe beraten können.“

Beraten wurden nun aktuell die Richtlinien für die Verleihung eines solchen Preises, die der Arbeitskreis „Ehrenamtspreis“ erarbeitet und die Verwaltung festgehalten hat. Dabei nutzte sie auch eine Mustervorlage aus anderen Städten. Und genau damit gab es einen neuen Knackpunkt – und schon wieder eine Kampfabstimmung, die 10 zu 10 ausging und bei der fraktionsübergreifend sehr unterschiedlich und überraschend abgestimmt wurde.

 „Wir sind alle davon ausgegangen, dass Personen geehrt werden sollen, die sich in besonderer Weise um das Gemeinwohl verdient gemacht haben“, so Peter Herbel, der als einziger Christdemokrat im Februar für den Ehrenamtspreis gestimmt hatte und auch Mitglied des Arbeitskreises ist. Herbel stößt sich aber nun an den Paragrafen 1 und 2 der Richtlinien, in denen unter anderem steht: „Die Leistung muss besonders, aber nicht unbedingt von öffentlichem Interesse sein.“ Das könnte verwirren. „Wenn wir das so verabschieden, dann könnte es passieren, dass der Nachbar, der die Kaninchen seines Nachbarn füttert und pflegt, auf der Liste erscheint“, so Peter Herbel. Man benötige eine klare Aussage. Es könne nur um das Allgemeinwohl gehen.

 „Wir haben dies so eingebracht, weil wir, nachdem wir die Richtlinien zur Beratung an die Fraktionen geschickt haben, keine gegenteiligen Rückmeldungen gehört hatten“, so Bürgermeisterin Birgit Tupat überrascht. Sie denkt zudem nicht, dass sich eine Fülle von Privat-Initiativen melden werden. So sieht es auch Susanne Jakoby, Fraktionsvorsitzende der SPD: „Ich glaube nicht, dass uns tausende Vorschläge ereilen werden.“ Sie stimmte aber für eine erneute Beratung in den Fraktionen.

 Letztlich, nach einem Hin und Her, gab es zwei Abstimmung: für die Verabschiedung der Richtlinie und für eine erneute Beratung in den Fraktionen. Die UWG wollte die Richtlinie eigentlich durchwinken. Doch durch Enthaltungen und der 10:10-Abstimmung wird die Richtlinie nun noch einmal beraten werden müssen.

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