Rekordtief bei der Blutspende

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Die Blutspenden zeigt Jan Knoblich.

Nachrodt-Wiblingwerde – 38 Blutspender kamen zum Termin: So wenige wie noch nie. Und es gibt noch ein Problem.

„Vielleicht mögen die Leute mich nicht mehr“, sagt die Blutspendebeauftragte Gisela Gundermann und ist hörbar enttäuscht. Nur 38 Blutspender kamen zum Spendetermin in das katholische Vereinshaus – ein Rekordtief. 

An den Räumlichkeiten und am Essen kann es nicht gelegen haben. Auch gibt es keine Grippewelle oder einen Wintereinbruch, um die magere Resonanz zu erklären. „Es ist einfach schade“, meint Gisela Gundermann und hofft, dass jetzt alle Bürger, die die Wichtigkeit des Blutspendens für sich erkannt haben, zum Spendetermin nach Wiblingwerde kommen. Das Blutspendeteam ist am  Mittwoch, 22. Mai, von 16.30 bis 20 Uhr im evangelischen Gemeindehaus. 

Traurig war nicht nur die Anzahl der Spender in Nachrodt, traurig war auch Edith Hammerschmidt. Zum 58. Mal kam sie zum Spenden. Und es war das letzte Mal. „Ich werde im nächsten Monat 76. Dann darf ich nicht mehr.“ Die Regelung findet die Nachrodterin schade. „Ich bin kerngesund, und das Blut wird doch gebraucht“, sagt die sympathische Spenderin. 

Spender Tobias Busch.

Tatsächlich werden täglich in Deutschland etwa 15 000 Blutspenden benötigt. Übrigens: Bei jeder Blutspende werden auch Proben genommen, die in kleinen Röhrchen verpackt, später auf Hepatitis, HIV, Ringelröteln und Syphilis untersucht werden. „Das macht unser Labor. Wenn etwas auffällig ist, wird das Blut aus dem Verkehr gezogen und der Spender informiert, dass er seinen Arzt aufsuchen soll. Eine Diagnose wird nicht gestellt“, erzählte Jan Knoblich vom Blutspendedienst West, der mit vier Kollegen und einem Arzt in Nachrodt die Blutspender betreute. 

Vor Ort war auch Hildegard Steegmanns, die für ihre zehnte Spende ausgezeichnet wurde, und Sabrina Lippert, die sich das allererste Mal traute. „Der hohe Bedarf an Blut ist in erster Linie eine Folge des medizinischen Fortschritts“, so die Information des Blutspendedienstes. Viele Operationen und die Behandlung von Patienten mit bösartigen Tumoren seien nur dank moderner Transfusionsmedizin möglich geworden. 

Statistisch gesehen wird das meiste Blut zur Behandlung von Krebspatienten benötigt. Es folgen Erkrankungen des Herzens, Magen- und Darmkrankheiten und Verkehrsunfälle. Bei schweren Unfällen können zehn Blutkonserven und mehr benötigt werden.

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