Gefrorene Fäkalien-Bombe landet auf Ratsherr-Auto

5000 Euro Schaden hat die Fäkalien-Eisbombe am Auto von Philipp Olschewski verursacht.

Nachrodt-Wiblingwerde - Alles Gute kommt von oben? Von wegen. Nichts Böses ahnend fuhr CDU-Ratsherr Philipp Olschewski mit seinem Wagen auf der A 45, als plötzlich aus „heiterem Himmel“ ein riesiger Brocken auf seine Motorhaube krachte, mehrere Löcher hinterließ, den Scheinwerfer und den Außenspiegel zerriss. Später stellte sich heraus, dass es eine „Fäkalien-Eisbombe“ war. Die gefrorenen Reste aus einer Flugzeug-Toilette zertrümmerten das Auto für „schlappe“ 5000 Euro.

 Dass es ein Riesenschreck für den 28-Jährigen Nachrodter war, versteht sich von selbst. „Es kam aus dem Nichts“, erzählt der CDU-Mann, der wegen einer Baustelle auf der Autobahn mit etwa 80 Stundenkilometern unterwegs nach Hause war. „Ich sah nur etwas Weißes. Und es qualmte.“ Philipp Olschewski steuerte den nächsten Parkplatz an und betrachte dort das stinkende Dilemma.

 „Ich wäre nie darauf gekommen, dass es sich um Fäkalien handeln könnte“, erzählt der Ratsherr, der schlussendlich riesiges Glück hatte, dass die Gefrierbombe nicht mit 200 Stundenkilometern in seine Windschutzscheibe eingeschlagen war. „Dann wäre es das wohl gewesen“, sagt Philipp Olschewski grübelnd. Heute kann er über das Geschehen schmunzeln. „Das glaubt ja eigentlich keiner“, witzelt er.

 Und natürlich hat er auch versucht herauszufinden, welches Flugzeug denn das unangenehme Etwas verloren haben könnte. „Aber ich kann nicht genau sagen, welche Position ich zu welcher Zeit genau hatte. Ich war ja total erschrocken. Und so kommen natürlich viele Flugzeuge in Frage.“

 Herausgefunden hat das Geschehen ein Gutachter, der das Auto von Philipp Olschewski unter die Lupe genommen hat. „Er hat die Chemikalien im Scheinwerfer gefunden“, erzählt der junge Mann, der der Nachricht erst keinen Glauben schenken wollte. „Nach der Größe des Brockens war es bestimmt ein Langstreckenflug“, lacht Philipp Olschewski.

 Fakt ist: Dass große Brocken gefrorenen Urins aus undichten Flugzeugtoiletten donnern, in Gärten fallen, Dach-Ziegel zerschlagen und für sehr gefährliche Situationen sorgen, ist nicht wirklich ungewöhnlich und sorgt immer mal wieder für Schlagzeilen. „Es gibt wohl auch ganz viele Leute, die in Unna und Kirchhörde solche Sachen in ihren Vorgärten liegen haben“, sagt Philipp Olschewski. Die unerwünschte Luftpost wird normalerweise nicht absichtlich oder aktiv abgeworfen.

In Flugzeugen werden seit den 1980er-Jahren Vakuum-Toilettensysteme eingesetzt. Alles, was während eines Fluges in den Flugzeugtoiletten landet, wird in einem speziellen Fäkalien-Tank gesammelt. Nach der Landung wird dieser Tank mit Hilfe eines speziellen Einsatzfahrzeugs entleert und der Inhalt entsorgt. „Eisbomben“ kommen trotzdem immer wieder mal vor, wenn auch selten. Sie entstehen, wenn austretende Flüssigkeit an undichten Leitungen oder Ventilen – vor allem an den Toilettenklappen – gefriert und sich das Eis dann beim Landeanflug, wenn die Luft wärmer wird, vom Flugzeug löst. Das Corpus Delicti schmilzt dahin – der Schreck bleibt.

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