Lennefische in kleinen Stücken für Letmather Angler

ASV-Vorsitzender Willi Bielemeier (rechts) kritisierte eine Fischtreppe und ein Wehr in der Lenne im Bereich der ehemaligen Firma Reynolds. In seinen Augen schaden beide Bauwerke Fischen mehr als sie ihnen nützen.  Foto: Bröer

Nachrodt-Wiblingwerde - Gut gemeint ist nicht automatisch gut gemacht: Das gilt offenbar auch für eine Fischtreppe in der Lenne, die Anglern ein Dorn im Auge ist. Das wurde in der Versammlung der Fischereigenossenschaft am Dienstagabend bekannt.

Zwölf Mitglieder der Fischereigenossenschaft Nachrodt-Wiblingwerde hatten sich im Schlosshotels Holzrichter in Veserde getroffen, um vor allem Regularien abzuhandeln. Im Vordergrund der Versammlung stand im wesentlichen die Bekanntgabe des Geschäfts- und des Kassenberichts sowie die Auszahlung der Fischereipachtgelder. Diese betrugen im Jahr 2013 – nach Abzug der Aufwendungen für Schriftführer und Gemeindekasse – rund 6200 Euro. Die Auszahlung des Geldes ist zwischenzeitlich erfolgt. Der Haushaltsplan für 2014 orientiert sich an den Einnahmen und Ausgaben, die im Jahr 2013 zu verzeichnen waren. Auch hier ist der Angelsportverein Nachrodt (ASV) Zahler des überwiegenden Teiles des insgesamt eingenommenen Pachtzinses. Der ASV zahlt jährlich an die Genossenschaft eine Pacht in Höhe von 5400 Euro. Die Mitglieder des ASV sind im Gegenzug berechtigt, die Lenne zwischen Lager Lüke im Süden und der ehemaligen Firma Reynolds im Norden zu befischen.

Zum Angeln an der Lenne äußerte sich ASV-Vorsitzender Willi Bielemeier. In Höhe des Wehres der früheren Firma Reynolds habe ein mittlerweile verstorbener Investor aus Altena auf eigene Kosten eine so genannten Fischtreppe anlegen lassen. Eine solche Anlage dient stromaufwärts schwimmenden Fischen dazu, Hindernisse, wie beispielsweise ein Wehr, zu überwinden. Diese Fischtreppe allerdings gebe offensichtlich Zeugnis von der Unkenntnis der Erbauer, meinte Bielemeier und erklärte, dass Fische immer gegen den Strom schwimmen. Die Treppe sei aber an der Seite angebracht, an der es keine Strömung gebe. Also könnten die Wasserbewohner dieses Bauwerk auch nicht nutzen. Ein weiterer Fehlgriff sei das Wehr, dessen Turbinen mit dem Wasser der Lenne angetrieben werden, kritisierte der ASV-Vorsitzende weiter. Fische, die flussabwärts in Richtung Letmathe schwimmen, müssen hindurch. Es gebe keine Möglichkeit, die Turbinen zu umschwimmen. Das wiederum habe zur Folge, dass der Großteil der Fische umkomme. Die Letmather Angler müssten sich deshalb wahrscheinlich nicht mehr um die Fische sondern nur noch um Teile davon kümmern, bemerkte Bielemeier.

Unter dem Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“ wies die Vorsitzende der Genossenschaft, Birgit Tupat, noch darauf hin, dass im Rahmen der Regionale auch das Leben an der Lenne wieder aufleben soll. Hierzu solle am 17. August ein Fest unter dem Motto „Lenne lebt“ gefeiert werden. Es wird im Bereich der Gaststätte Zur Rastatt stattfinden. Ein Vorbereitungstreffen dazu findet am Dienstag, 8. April, ab 19 Uhr in der Rastatt statt. Vertreter interessierter Vereine, die sich an dem Fest beteiligen wollen, sind zur Teilnahme an diesem Treffen eingeladen. - Hartwig Bröer

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